Wieder leere Wahlurnen? [Illustration: Lisa Johanna Enninger]
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Liberale Hochschulgruppe (LHG) stellt sich neu auf 

Artikel: Julika Ude & Volker Strauß

Urs Korte studiert Politikwissenschaft, kandidiert für das Studierendenparlament (StuPa) und bringt die liberale Hochschulgruppe (LHG) zurück an die UDE.

Nach mehreren Jahren der Abwesenheit tritt die LHG bei der kommenden StuPa Wahl für ein liberales Studium an. Mit dabei: Urs Korte, Student der Politikwissenschaft im vierten Semester. „Mir gefällt die Uni und ich glaube, dass Hochschulpolitik eine super Gelegenheit ist, um die Uni mitzugestalten”, sagt er zu Beginn unseres Gesprächs. Dass bei der letzten StuPa Wahl nur ca. vier Prozent der Studis abgestimmt haben, möchte er ändern: „Ich glaube da geht noch viel mehr.”

Die LHG hat sich letztes Jahr neu gegründet, nachdem sie sich vor einigen Jahren aufgelöst hatte. „Als wir uns gegründet haben, war ich im zweiten Semester, […] jetzt sind wir ready”, erklärt Urs. Der letzte Auftritt der LHG im StuPa liegt Jahre zurück, die damaligen Mitglieder haben ihr Studium mittlerweile beendet.

Liberalismus goes UDE

Die Hochschulgruppe versteht sich als hochschulpolitischer Arm des Liberalismus und ist eine Vorfeldorganisation der FDP. „Wir stehen für Liberalismus und an der Uni heißt das, dass Studenten selber entscheiden sollen, wie ihr Studium abläuft”, so Urs. „Wir wollen, dass Studenten mehr Freiheiten haben, mehr selbst entscheiden können.” Auf Nachfrage nennt Urs hier beispielsweise eine flexiblere An- und Abmeldung von Klausuren. So fordert die LHG etwa die Möglichkeit zur Abmeldung bis 48 Stunden vor Prüfungsbeginn und eine Option auf Notenverbesserung durch Wiederholungsversuche. Auch hybride Vorlesungen gehören zum Programm: „Wenn ich eine Vorlesung belege und keine Vorlesungsfolien auf Moodle habe, aber nebenbei arbeiten muss, dann habe ich ein Problem”, so Urs. Flexiblere Regeln zur Klausur An- und Abmeldung fordern auch andere hochschulpolitische Listen an der UDE.

Finanzen, Karriere, Aufklärung

Die LHG startet mit vier großen Themen in den Wahlkampf. Zum einen soll mit dem Geld der Studierenden effizienter umgegangen werden, der Studierendenschaftsbeitrag von 16 Euro soll nicht erhöht werden. Darüber hinaus sollen Studierende besser auf den Berufseinstieg vorbereitet werden. Die UDE soll „ready for future” werden, durch beispielsweise längere Bib-Öffnungszeiten. Auch gegen Diskriminierung will sich die LHG einsetzen. Besonders Antisemitismus ist für Urs ein Anliegen: „Ich kenne selber ein paar jüdische Studenten, die zum Teil Angst haben, an den Campus zu gehen. Das finde ich echt erschreckend. Gegen dieses Bild müssen wir vorgehen.”

In Bezug auf seine Erwartungen an die Zeit im StuPa antwortet Urs: „Ich freue mich auf den Rückweg nach Duisburg, wenn die Sitzungen hier in Essen um 01:00 Uhr nachts enden”. Inhaltlich geht es ihm aber um eine gute Zusammenarbeit, auch mit den anderen Hochschulgruppen. Denn trotz unterschiedlicher Ansichten, sei Hochschulpolitik eine verbindliche Sache.

Volker (23) schreibt seit September 2023 für die Ak[due]ll. Er studiert Wirtschaftsinformatik an der UDE. Sein Redaktionskürzel ist [vos].