Der neue Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) wurde auf der Studierendenparlamentssitzung (StuPa) am 28. August 2025 gewählt. Wir stellen ihn euch vor und berichten von der Wahl.
Schon vor der zweiten StuPa-Sitzung hatten sich die Listen in Vorgesprächen darüber verständigt, wie ihre Vorstellungen zum Stellenzuschnitt, also den Aufwandsentschädigungen für die einzelnen Referate, aussehen. Aus diesen Gesprächen entging dann der Vorschlag in das StuPa, die AStA-Referate weiter zu bündeln und so die Organisation zu verschlanken. Trotz einiger weniger Gegenstimmen und Enthaltungen beschlossen die Parlamentarier:innen mit breiter Mehrheit diesen neuen Zuschnitt.
Weniger Einigkeit bestand in der Frage, wer denn in welcher Konstellation den AStA-Vorsitz antreten sollte. Zwei Kandidatinnen wurden vorgeschlagen: Lena-Marie Joisten (GHG) und Berfîn Çelik (JusoHSG). Die Besonderheit: Die GHG nominierte ihre Kandidatin für 1,5 von 3 für den AStA-Vorsitz verfügbaren Stellen, während die JusoHSG Berfîn Çelik – wie schon in der letzten Legislaturperiode erfolgreich – als Solo-Vorsitzende vorschlug. Um diesen Unterschied drehten sich auch große Teile der Diskussion, die der tatsächlichen Wahl vorausging. Die JusoHSG argumentierte, dass das letzte Jahr, in dem Berfîn Çelik bereits Einzelspitze des AStA gewesen war, zeige, dass dieses Modell funktioniert. Die meisten anderen Listen des Parlaments hinterfragten den Erfolg und befürworteten eine Rückkehr zu der altbewährten Doppelspitze, wie es vor 2024 stets gewesen war. Letzten Endes überzeugte man einander nicht und es kam zum ersten Wahlgang.
Der erste Wahlgang war ungültig. Von den 29 gewählten Parlamentarier:innen hatten 30 abgestimmt. Also erneut: Der zweite Wahlgang hatte wieder eine Stimme zu viel in der Urne. Alle Nicht-Gewählten wurden hinausgebeten und die Wahl ein zweites Mal wiederholt – Immer noch 30. Nach drei Wahlgängen und anderthalb Stunden verstrichener Zeit wurden dann mehrfach alle Parlamentarier:innen kontrolliert. Dabei stellte sich nach erneuter Diskussion heraus, dass zwei Parlamentsmitglieder dachten, sie vertreten heute eine:n abwesende:n Gewählte:n – also eine Person zu viel. Der vierte Wahlgang hatte dann die korrekte Anzahl an Stimmen, der fünfte Wahlgang brachte schließlich ein Ergebnis: Berfîn Çelik wurde – mutmaßlich mit den Stimmen der JusoHSG und des SDS – zur neuen, alten AStA-Vorsitzenden gewählt.
Das Stimmenbündnis aus JusoHSG und SDS entschied auch die Wahlen der meisten anderen AStA-Referate. So besteht der neue AStA nun aus:
| Vorsitz: | Berfîn Çelik (JusoHSG) |
| Finanzen: | Abdullah Reslan (keine Liste) |
| Hochschulpolitik &. politische Bildung: | Soukaina Errafay & Nurgül Pacal (beide JusoHSG) |
| Kultur & Freiräume: | Joana José Grunow (keine Liste) & Roj Ismail (JusoHSG) |
| Nachhaltigkeit & Mobilität: | Berfin Uçar (JusoHSG) |
| Sozialpolitik: | Luka Beltz (SDS) & Dilara Zehiroglu (JusoHSG) |
Als die drei Stellvertreter:innen des Vorsitzes wurden Luka Beltz, Soukaina Errafay und Nurgül Pacal gewählt.
Wir haben mit der neuen, alten Vorsitzenden des AStA, Berfîn Çelik, gesprochen:
ak[due]ll: Was sind deine Pläne als AStA-Vorsitzende für das nächste Jahr?
Berfîn: Dass wir noch besser als Team – sowohl nach innen als auch nach außen – funktionieren. Das hat letztes Jahr schon gut geklappt, aber noch nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Projekte, die ich letztes Jahr schon begonnen, aber noch nicht vollendet habe, möchte ich fortführen: Ein Awareness-Konzept für den AStA und die Studierendenschaft, die IT-Umstrukturierung des AStA gemeinsam mit dem ZIM, die Etablierung von Festangestellten in die bestehenden Strukturen, die nachhaltige Festigung auch neuer Strukturen, damit es dem AStA in den nächsten Jahren immer noch gut geht. Ich möchte die Kommunikation mit dem Gebäudemanagement und auch anderen universitären Institutionen weiter ausbauen. Ich habe das letzte Jahr über eine große Menge an Energie in Beziehungsarbeit gesteckt und jetzt sind wir an einem Punkt, wo wir auch zu den unangenehmen Themen kommen können, ohne gefragt zu werden: „Wo waren Sie als AStA denn vorher all die Jahre?“. Wir möchten dafür sorgen, dass studentisches Leben an beiden Standorten, Duisburg und Essen, wieder aktiv wird: Die Studierendenzahlen steigen nicht, sondern sie sinken. Und die, die noch hier sind, kommen immer weniger an die Campus. Das liegt teils daran, dass die Studierenden arbeiten, Kinder haben oder weitere Verpflichtungen wahrnehmen müssen. Sie nutzen die Universität nicht als Aufenthaltsraum und das möchten wir als AStA schaffen. Dass wir durch niedrigschwellige Angebote – es darf jede:r kommen und es darf auch jede:r mitmachen – es erreichen, die UDE wieder zu dem bunten Ort, der wir mal waren, zu machen. Andere ASten an anderen Unis schaffen das ja auch.
ak[due]ll: Ist das KKC einer der Ansatzpunkte, die ihr dabei wählen wollt?
Berfîn: Dadurch, dass im Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) jetzt neue Personen zuständig sind, ist es ein großes Problem, an sie heranzukommen. Natürlich ist es – wie bei vielen anderen Vorsitzenden vor mir – auch mein Ziel, das KKC wiederzueröffnen. Das wird aber leider wohl ein langes, leidiges Thema. Natürlich ist es verständlich, dass die Leute des BLB viel zu tun haben, aber die Studierenden als Nutzer:innen leiden darunter. Bis dahin hoffen wir, mit dem Studierendenwerk Nutzungskooperationen zu dessen Räumen einzugehen. Wir wollen Gespräche mit der Stadt führen, welche Räume man dort nutzen kann.
ak[due]ll: Noch weitere Pläne?
Berfîn: Es gibt so viele Dinge, die wir an dieser Uni verändern und verbessern können: Wir möchten uns anschauen, wie wir die psychologische Beratung gemeinsam mit den Uni-Stellen verbessern können. Wir möchten viel gerade für sozial schwächere Studierende tun. Beispielsweise ist es ein Unding, dass es für finanziell schlecht aufgestellte Studierende nicht die Möglichkeit gibt, in der Mensa kostenfrei zu essen. Das gab es früher schon einmal unter dem Namen „Freitische“, als sich der damalige AStA aber nicht mehr darum kümmerte, ging das Programm verloren. Es kann nicht sein, dass Studierende zu uns kommen und fragen müssen, ob wir sie bei den Kosten für den Druck ihrer Bachelorarbeit unterstützen können. Gerade bei uns als Uni im Ruhrgebiet sollte es solche Möglichkeiten geben. Andere Unis – etwa die RUB – machen viele solcher Programme schon seit Jahren erfolgreich. Damit vergleiche ich das gerne.
