Die FISU Games kommen dieses Jahr zu uns ins Ruhrgebiet. [Illustratorin: Eva-Charlotte Vonhof]
Posted in

Die Olympischen Spiele für Studis 

An 12 Tagen wird es sportlich im Rhein-Ruhr Gebiet (und darüber hinaus), denn die FISU World University Games kommen zu uns. Berechtigterweise fragt ihr euch jetzt: Was ist das? Wir geben unser Bestes, euch einen Überblick über das studentische Groß-Sportereignis und die Möglichkeiten darum herum zu geben. 

Sportliche Großveranstaltungen finden normalerweise in weiter Ferne statt. Die olympischen und paralympischen Spiele waren zuletzt in Paris, davor in Tokio und sie werden als nächstes in Los Angeles sein. Doch eines der nächstgrößten Multisport-Events der Welt gibt es jetzt im Juli direkt vor der Haustür: Die FISU World University Games (FISU Games) finden vom 16. bis zum 27. Juli in mehreren Städten des Ruhrgebiets sowie in Berlin statt. Über 8.500 Athlet:innen von Universitäten aus der ganzen Welt treten in 18 Sportarten gegeneinander an. 

Die FISU Games gibt es schon seit 1923. Damals noch unter dem Namen World University Games fanden sie mit Ausnahme der Weltkriegsjahre seitdem alle zwei Jahre statt. 1953 richtete Dortmund sie aus und so waren die World University Games noch vor der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 die erste in der Bundesrepublik Deutschland stattfindende internationale Spitzensportveranstaltung. 1959 wurden die Games umbenannt zur Universiade und sollten 1989 eigentlich in São Paulo, Brasilien stattfinden. Doch die damals über Brasilien einbrechende Wirtschaftskrise verhinderte die Spiele in der geplanten Form. Die Stadt Duisburg und der Allgemeine deutsche Hochschulsportverband (adh) beschlossen kurzerhand, dem FISU-Komitee eine kurzfristig organisierte und verkleinerte Version der Spiele anzubieten. Das Komitee akzeptierte dankbar und die Universiade 1989 fand mit rund 1800 teilnehmenden Athlet:innen erfolgreich in Duisburg statt. So ist es 2025 für die Stadt nun schon das zweite, für das Ruhrgebiet insgesamt sogar das dritte Mal, dass sie die FISU Games beherbergen.

Allein im deutschen Kader finden sich dieses Jahr 305 teilnehmende Studierende. Dr. Roman Hauck, Projektkoordinator für die FISU Games an der UDE, erklärte uns im Interview: „Die Teilnahme an den FISU World University Games ist an hohe sportliche Anforderungen geknüpft. Der adh legt klare Nominierungskriterien für alle Disziplinen fest – wer nominiert wird, zählt zur Leistungsspitze im deutschen Hochschulsport. Meist liegen monatelange, intensive Vorbereitungen, Qualifikationsturniere und ein starker Fokus auf Leistung hinter den Athlet:innen. Das zeigt auch das international hohe sportliche Niveau bei den World University Games.” Unter den 305 Athlet:innen von „Team Studi“, wie sie sich selbst getauft haben, sind Studierende der TU München, der Uni Heidelberg und diversen anderen deutschen Universitäten. Aber auch aus ihren internationalen Unis kommen die deutschen Sportler:innen zurück und ins Ruhrgebiet: aus Stanford, der Virginia Tech, Budapest, Moskau oder Princeton. Und das ist nur das deutsche Team. Die restlichen über 8.000 Studierenden kommen ebenfalls aus aller Welt zu uns, um sich miteinander zu messen und vielleicht sogar am Ende als der oder die beste Hochschulsportler:in ihrer Sportart dazustehen. Auf Instagram führen die Rhine-Ruhr Spiele auch die Rubrik „Ones to Watch”, bei der Athlet:innen gehighlighted werden, die man im Turnier im Auge behalten sollte. 

Für 10€ bis 16€ je nach Tag und Sportart könnt ihr ihnen dabei zuschauen. Im Badminton, das in der Westenergie Sporthalle in Mülheim an der Ruhr ausgetragen wird, besteht sogar die Chance, dass einer oder gleich mehrere Studenten der UDE am Ende auf dem Treppchen stehen. Im deutschen Badmintonkader befinden sich mit Jonathan Dresp, David Eckerlin, Simon Krax und Kian-Yu Oei gleich vier Athleten unserer Universität im Wettbewerb. Ihr könnt sowohl im Mixed-Doppel und Einzel also eure Kommilitonen anfeuern. Vom 17. bis 20. Juli im Mixed und vom 22. bis 26. Juli im Einzel.

Neben Badminton finden in Ruhrgebietsstädten noch weitere Sportarten statt:

3×3 Basketball:

Schon an den ersten vier Wettkampftagen, also vom 17. bis zum 20. Juli, findet in Bochum das Turnier der 3×3-Basketballer:innen statt. Besonders bei den Frauen hat Deutschland hier Medaillenhoffnungen. Schließlich ist Elisa Mevius, Goldmedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen in Paris, Teil des Teams. In der Jahrhunderthalle hat sie die Chance, eine weitere Medaille einzusammeln.

3×3 Rollstuhl-Basketball

Im Rollstuhl-Basketball gibt es im deutschen Männerteam einen Medaillengewinner. Bei den Paralympics noch mit Bronze versehen, hofft das Team um Thomas Reier nun bestimmt auf eine noch glänzendere Medaille. Ebenfalls in Bochum in der Jahrhunderthalle vom 17. bis 20. Juli. Rollstuhl-Basketball ist dieses Jahr zum ersten Mal dabei und ein erster, aber wichtiger Schritt in Richtung inklusiverer FISU Games.

Rhythmische Sportgymnastik

Margarita Kolosov hat bei den Olympischen Spielen in Paris noch „nur” den undankbaren vierten Platz belegt. In der Messe Essen werden sie und Anastasia Simakova vom 22. bis 26. Juli versuchen, eine deutsche Medaille zu erringen.

Leichtathletik

In den diversen Disziplinen der Leichtathletik wird vom 21. bis 27. Juli im Bochumer Lohrheidestadion jeden Tag Edelmetall vergeben. Mit etwas Glück auch einige Male an eine:n deutsche:n Studierende:n.

Weitere Sportarten im Ruhrgebiet

Bogenschießen

Im Essener Sportpark am Hallo geht es vom 22. bis 26. Juli um den Titel im Bogenschießen: In den Kategorien Komposit- und Recurve-Bogen.

Basketball

In gleich drei Städten, nämlich Duisburg, Essen und Hagen, wird das Turnier im klassischen 5×5 Basketball ausgetragen. Manche der Spieler:innen der deutschen Teams spielen bereits für Bundesligavereine.

Beach-Volleyball

In Essen, bei dem Sport hoffentlich angemessenen Temperaturen, fliegen vom 21. bis 26. Juli die Volleybälle.

Fechten

Mit Säbel, Degen und Florett werden in der Messe Essen vom 22. bis 26. Juli drei Titel ausgefochten. Team Studi aus Deutschland stellt ganze 24 der Teilnehmer:innen.

Judo

Die Judokas werfen einander vom 23. bis 26. Juli auf Essener Matten. Auch hier gibt es jeden Tag Titelkämpfe zu sehen.

Rudern

Die Duisburger Regattabahn wird vom 24. bis 26. Juli einmal mehr für einen hochkarätigen Wettbewerb genutzt. Die deutschen Ruderer:innen sind historisch stark und machen sich auch hier Chancen aus.

Tennis

Auf dem Gelände des ETUF Essen werden auf einer Unzahl an Feldern vom 17. bis 26. Juli die Sieger:innen in Einzel, Doppel und Mixed-Events ermittelt.

Tischtennis

Die deutsche Tischtennis-Ikone Timo Boll hat sich erst im Juni dieses Jahres von der Weltbühne verabschiedet. Bei den FISU Games haben jetzt Studierende, die halb so alt sind wie er, die Chance, einen ersten Schritt in seine großen Fußstapfen zu wagen. Vom 17. bis 24. Juli.

Wasserball

Das Becken des ASC Duisburg, einer der erfolgreichsten Vereine der Republik, beherbergt vom 17. bis 26. Juli die Wasserballmannschaften der FISU Games.

Informationen zu allen Events könnt ihr euch unter www.rhineruhr2025.com/de/schedule anschauen.

Auf die Frage, was für eine Bedeutung die FISU Games für die Teilnehmer:innen hat, sagte uns Hauck: „Die World University Games sind das größte internationale Sportevent für Studierende und das größte Multisportevent dieses Jahres. Für viele sind sie der nächste große Schritt auf dem Weg zu Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen. Wer hier antritt, sammelt nicht nur wertvolle Wettkampferfahrung auf internationalem Niveau, sondern erlebt auch den einzigartigen Spirit dieses Events: den Austausch zwischen Nationen, Sportarten und Hochschulen. Studium und Spitzensport zu verbinden, ist eine besondere Herausforderung – genau diese Verbindung macht die World University Games aber so besonders.”

Konzerte und mehr 

Das kulturelle Angebot der FISU-Spiele kann sich auch sehen lassen. Die Organisator:innen haben einige tolle und auch große Acts im Line Up, die ihr für nicht all zu viel Geld live erleben könnt:

Gerahmt werden die FISU University Games von einer Opening und einer Closing-Zeremonie. Bereits im Juni fand ein symbolischer Fackellauf durch das ganze Ruhrgebiet, unter anderem durch Duisburg und Essen statt, der auf die Spiele aufmerksam machte. Richtig los geht es dann mit den Eröffnungsfeierlichkeiten am 16. Juli in der Schauinsland-Reisen-Arena in Duisburg. Hier werden Ayliva, Topic Montez, Querbeat und auch das WDR-Funkhaus-Orchester, auftreten.

Darauf sind drei örtlich-separierte Festivals geplant: In Bochum, Duisburg und Essen wird von Indie-Pop über Deutsch-Rap bis zum DJ-Set alles vertreten sein. 

Bochum: Ruhr Games Festival 

„Maximum Rizz” bringt Ski Aggu mit Unterstützung von „Rasenschach”-Sänger Filow am 17. Juli nach Bochum zum Ruhr Games Festival. Am Tag darauf bietet das Festival Workshops von Graffiti bis Calisthenics für Groß und Klein. Der 19. Juli hält eine Urban Dance Party in Bochum bereit. Am 20. Juli kommen dann die Kölner Band Querbeat und die Indie-Pop-Sängerin Dilla für einen Konzertabend in die Jahrhunderthalle. Noch dazu wird es jeden Abend ab 22 Uhr eine Lasershow geben.

Zusätzlich finden vom 19. bis 20. Juli in der Jahrhunderthalle Dancebattles statt, bei denen Crews oder Solo-Tänzer:innen im HipHop oder Allstyle gegeneinander antreten. Wer hier im Wettkampf dabei sein will, kann sich online noch anmelden. 

Duisburg: Beach Festival 

Duisburg feiert das Beach Festival und feiert jeden Abend vom 21. Juli bis zur Closing-Zeremonie am 27. Juli mit Live-Musik. Dazu kommen Deichkind nach Duisburg und werden nicht ganz an einem Deich, aber dafür auf der Dreieckswiese an der Regattabahn einheizen. Die weiteren kulturellen Angebote in Duisburg werden bald noch veröffentlicht.

Essen: Park Festival

Das Essener Festivalprogramm erwartet den DJ Alle Farben im Grugapark. Beim Park Festival am 21. Juli könnt ihr vorher noch das Zwei-Stunden-Partyformat Auf Süß, das normalerweise im Turock stattfindet, als Open Air Event genießen und kurz darauf zu Alle Farben abgehen. Der Dienstag, 22. Juli, bietet dann die European Outdoor Film Tour. Am Mittwoch und Donnerstag finden noch Konzerte von  Leoniden und JC Zeller sowie Michael Schulte und Wilhelmine im Gruga Park statt. Das gesamte Festival-Programm für Essen findet ihr komprimiert auf dem FISU-Instagram.

Rhine-Ruhr 2025 Sports Diploma

Bei den World University Games müssen Besucher:innen nicht nur zuschauen, sondern können selbst aktiv werden und das Sports Diploma in Essen und Duisburg  machen. Das Prinzip ist simpel: Sammle Stempel, indem du selbst neue Sportarten ausprobierst! Angeleitet werden die Teilnehmenden von Expert:innen aus den unterschiedlichen Sportarten. Diese geben kurze Einweisungen und danach kommt man selbst zum Zug. An Stationen mit Challenges für Anfänger:innen aller Altersgruppen kann man in eine neue Sportart reinschnuppern. Mit einer vollen Stempelkarte aus Essen oder Duisburg gibt es ein Goodie. Wer alle Stempel aus beiden Städten sammelt, erhält dann das Diploma. Dabei geht es den Veranstaltern nicht nur um das aktiv werden: „Das Programm fördert nicht nur die Freude an Bewegung, sondern bietet auch eine Plattform für die Sportverbände und Vereine, um ihre Angebote einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und neue Mitglieder zu gewinnen.”

Wir verlosen 15 Tageskarten (18. Juli)

Die FISU-Games haben uns die Möglichkeit gegeben, unter unseren Leser:innen 15 Tageskarten für den 18. Juli zu verlosen. Um teilzunehmen, folgt @akduell und @rhineruhr2025 auf Instagram, repostet euren Lieblingsartikel der @akduell (das erhöht eure Gewinnchancen), liked den Gewinnspiel-Post, kommentiert auf welche Sportart ihr euch am meisten freut und vergesst nicht 2 Sportfreund:innen zu taggen! 

Den Teilnahme-Post findet ihr auf Instagram.com/akduell

Teilnahmeschluss: Mo, 14. Juli, 0 Uhr 

Programm am 18. Juli: 3×3 Basketball, 3×3 Rollstuhlbasketball, Badminton, Basketball, Fechten, Rhythmische Sportgymnastik, Tischtennis, Taekwondo, Tennis,Volleyball und Wasserball. 

Viel Glück!

Moritz ist 25 Jahre alt und seit August 2024 Teil der ak[due]ll-Redaktion. Er studiert an der UDE Kommunikationswissenschaft und Germanistik. Als Redakteur schreibt er vor allem Artikel über lokale und Campus-Themen. Sein Redaktionskürzel ist [mok].

Moritz Karrer

Moritz ist 25 Jahre alt und seit August 2024 Teil der ak[due]ll-Redaktion. Er studiert an der UDE Kommunikationswissenschaft und Germanistik. Als Redakteur schreibt er vor allem Artikel über lokale und Campus-Themen. Sein Redaktionskürzel ist [mok].

Mehr von Moritz Karrer

Carolin Neumeier

Carolin (25) schreibt seit April 2024 für die ak[due]ll. Als Redakteurin interessieren sie Themen wie intersektionaler Feminismus, das Campusleben in Essen und lokale Happenings. In der Redaktion ist sie als car bekannt.

Mehr von Carolin Neumeier