Noch verstaubt sie im Keller, im Juli wird sie wieder rausgekramt: Wahlurnen für die StuPa-Wahl [Foto: Volker Strauß]
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Stupa Wahl 2026

20. Juni 2026

(Hinweis: Informationen zur Liste KLARTEXT wurden am 24.06 eingefügt)

Vom 06. bis zum 10. Juli finden die diesjährigen StuPa-Wahlen statt. Was die Listen für die nächste Legislaturperiode planen, erfahrt ihr im Artikel!

KLARTEXT

Mit KLARTEXT tritt in diesem Jahr eine neue Liste zur StuPa-Wahl an. Hinter ihr stehen drei Medizinstudenten: Eldar Tuktarov, Majd Massoud und Elham Sarwarie. Listensprecher Eldar Tuktarov ist bereits in der aktuellen Legislaturperiode des StuPas als listenunabhängiges Mitglied aktiv.

„Wir teilen viele Ziele, die im Wahlkampf genannt werden – aber wir wollen ehrlich bleiben, was das StuPa wirklich entscheiden kann.“

Bessere Lernräume, längere Öffnungszeiten, faire Prüfungsbedingungen, klare Anlaufstellen bei Diskriminierung und Machtmissbrauch sind für KLARTEXT reale Probleme, die ernst genommen werden sollen. Gleichzeitig betont die Liste, dass das StuPa die meisten dieser Fragen nicht direkt lösen könne. Wer im Wahlkampf so tue, als könnte das StuPa diese Probleme selbst lösen, wecke falsche Erwartungen, so die Liste.

Der Fokus von KLARTEXT liegt deshalb auf den Bereichen, in denen das Parlament tatsächlich Verantwortung trägt: dem transparenten Umgang mit studentischen Geldern, der Förderung von Projekten und Initiativen sowie der niedrigschwelligen Beteiligung von Studierenden.

Bevor über Beitragserhöhungen gesprochen werde, müsse zuerst geprüft werden, ob vorhandene Mittel sinnvoll eingesetzt werden. So sollen Förderanträge auf ihren Nutzen für die Studierendenschaft geprüft werden – ob ein Projekt Menschen zusammenbringt, Wissen vermittelt oder studentisches Engagement stärkt.

„Wir wollen keine Hochschulpolitik, die nur große Forderungen auf Plakate schreibt. Wir wollen eine, die ihre eigenen Zuständigkeiten ernst nimmt.“

Die Liste möchte also Klartext darüber sprechen, was das StuPa wirklich leisten kann. Und dort ansetzen, wo es etwas zu entscheiden gibt: Beim sinnvollen Einsatz studentischer Gelder, der Förderung von Initiativen und einer zugänglichen Hochschulpolitik.

Juso Hochschulgruppe UDE

Bei der letzten StuPa-Wahl wurde die Juso HSG zur stärksten Kraft gewählt. Auch dieses Jahr tritt die Liste, die der Jugendorganisation der SPD, den Jusos nahesteht, wieder an. Ihrem Selbstverständnis nach setzt sich die Gruppe besonders für die Repräsentation von Frauen und internationalen Studierenden ein.

Wir stehen für eine soziale, demokratische und solidarische Hochschule”

Im Fokus stehen ein bezahlbares Studium mit sozialer Absicherung, echte Mitbestimmung, bessere Studienbedingungen sowie ein diskriminierungsfreier Campus.

Für diese vier Vorhaben steht die Juso HSG in der nächsten Legislaturperiode ein. Mit Aufklärungsangeboten, Veranstaltungen und Kooperationen möchte sie aktiv gegen Rechtsextremismus am Campus vorgehen. Dadurch soll auch ein demokratisches und respektvolles Miteinander am Campus gestärkt werden.

Beim Thema Machtmissbrauch durch Lehrende fordert sie klare Anlaufstellen und bessere, transparente Beschwerdestrukturen für Betroffene. Studierende sollen sich sicher fühlen können und bei Problemen wissen, an wen sie sich wenden können.

Außerdem möchte sich die Liste für Freiversuche im Rahmen der neuen Prüfungsordnung einsetzen, um den Druck auf Studierende zu verringern. Und: Die Liste fordert mehr Lernräume auf den Campus mit längeren Öffnungszeiten, gerade während der Prüfungsphasen.

Ziel ist eine offene und gerechte Hochschule, an der sich alle Studierenden unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder finanzieller Situation wohlfühlen und mitgestalten können.”

Liberale Hochschulgruppe UDE

Mit neuen Gesichtern tritt die Liberale Hochschulgruppe (LHG) bei den StuPa-Wahlen 2026 an. Erik Hallmann und Leander Beckers, Studierende der Soziologie und Politikwissenschaft treten für die Liste, die der FDP nahesteht, an.

Die UDE verdient eine studentische Interessenvertretung, die nicht nur verwaltet, sondern auch gestaltet.”

Für die LHG stehen vier Themen im Fokus: flexible und faire Studienbedingungen, transparente Finanzen, ein lebendigeres Campusleben sowie mehr Kooperation zwischen studentischen Gremien, Fachschaften und studentischen Initiativen.

Konkret fordert die Liste mehr hybride Lehre, digitale Abgaben, bessere Prüfungsplanung und student:innenfreundlichere  An- und Abmeldefristen – denn starre Fristen und komplizierte Verfahren passen aus ihrer Sicht nicht zur Lebensrealität vieler Studierender, besonders nicht für alle, die nebenbei arbeiten, pendeln oder familiäre Verantwortung tragen.

Beim Thema Finanzen ist die LHG klar: Jeder Euro studentischer Gelder muss nachvollziehbar eingesetzt werden. Beitragserhöhungen des Semesterbeitrags sollen vermieden werden.

Außerdem setzt sich die Gruppe für mehr Kooperation zwischen StuPa, AStA und Fachschaften ein sowie für eine modernere Hochschule: bessere digitale Infrastruktur, längere Bibliotheksöffnungszeiten, mehr Lern- und Aufenthaltsräume und eine klare Haltung gegen Antisemitismus und Diskriminierung.

Die UDE soll nicht nur ein Ort der Prüfungen sein, sondern ein Lern-, Begegnungs- und Möglichkeitsraum”

Fokus Fachschaft (ehem. SLiDo)

Unter neuem Namen tritt die Liste Studi Löw – im Denken offen bei der StuPa-Wahl 2026 an: Aus SLiDo wird Fokus Fachschaft, mit neuem Farbkonzept: Lila ersetzt Orange. Den Löwen als Logo behält die Liste vorerst bei.

„Ehrenamt muss sich lohnen und sollte keine außerordentliche Belastung durch zu viel Bürokratie sein.“

Hinter der Liste stehen ehrenamtlich engagierte Studierende, die genau dieses Ehrenamt an der UDE sichtbarer und attraktiver gestalten wollen. Im Mittelpunkt steht die Stärkung der Fachschaftsräte als wichtigste Schnittstelle zwischen Uni und Studierenden. Gleichzeitig setzt sich die Gruppe für Mitbestimmung ein – eine Uni sei schließlich mehr als Vorlesungen und Heimweg. Identifikation entstehe nur, wenn Studierende den Alltag aktiv mitgestalten können. Dazu gehöre auch der Erhalt solidarischer Leistungen: Das DeutschlandTicket soll bleiben, Mikrowellen in der Mensa und die alten Öffnungszeiten der Cafeterien sollen zurückkommen.

Für die nächste Legislaturperiode fordert Fokus Fachschaft einen transparenteren Umgang mit Studierendengeldern. Konkret will die Liste aufbrechen, dass AStA-Posten oft nur intern vergeben werden. Durch öffentliche Ausschreibungen sollen auch AStA-fremde Studierende faire Chancen auf ein Amt erhalten.

Gegen eine Erhöhung der Ehrenamtspauschale im AStA spricht sich die Gruppe klar aus:

„Hochschulpolitik sollte aus Überzeugung gemacht werden, nicht aus finanziellen Anreizen.“

Grüne Hochschulgruppe (GHG)

Die Grüne Hochschulgruppe tritt bei der StuPa-Wahl 2026 mit drei Schwerpunkten an: Gleichberechtigung, Nachhaltigkeit auf dem Campus und ein Studium, das zur Lebensrealität der Studierenden passt. Die Liste steht den Grünen nahe.

„Lediglich Gleichstellungsbeauftragte einzustellen reicht lange nicht aus, um diese gefestigten Strukturen zu durchbrechen.“

Beim Thema Gleichberechtigung sieht die GHG noch viel Handlungsbedarf: Frauen würden in der Lehre und Forschung noch immer diskriminiert und nicht ernst genommen. Das strukturelle Machtgefälle an der Hochschule müsse grundlegend aufgebrochen werden. Symbolische Einzelmaßnahmen reichten dafür nicht aus.

Ein weiterer Schwerpunkt ist Nachhaltigkeit auf dem Campus. Zentrale Flächen sollen entsiegelt und Gebäude energetisch saniert werden, damit das Verweilen auf dem Campus angenehmer wird und die gemeinsame Zeit vor Ort mehr Aufenthaltsqualität bekommt.

„Das Studium ist schon lange nicht mehr an die Realität der Studierenden angepasst.“

Beim dritten Punkt fordert die GHG mehr Flexibilität: Regelstudienzeit und Anwesenheitspflicht seien längst überholt. Konkret verlangt die Liste einen flexibleren Umgang mit BAföG-Zeiten, damit das Studium unterschiedlichen Lebensrealitäten gerecht werden kann – ob Nebenjob, Pflege von Angehörigen oder andere Verpflichtungen.

Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS)

Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten tritt auch bei der StuPa-Wahl 2026 an. Die Liste steht politisch der CDU nahe. Für die Liste kandidieren Tom Opgenoorth, aktueller Fraktionsvorsitzender, und Kilian Schmitt, der die Fraktion in der vergangenen Amtsperiode führte.

„Wir sind Lobbyisten für die Studentenschaft, sowohl parteiintern als auch gegenüber der Hochschule.“

Drei Themen stehen im Mittelpunkt. Erstens die finanzielle Entlastung. Die Liste will die Struktur des AStAs kritisch überprüfen, autonome Referate zusammenlegen oder abschaffen und so die AStA-Komponente des Semesterbeitrags senken. Zweitens setzt sich die Gruppe gegen Antisemitismus an der Hochschule ein, der sich im Zuge des Nahostkonflikts ihrer Einschätzung nach an deutschen Universitäten in den letzten Jahren verschärft habe. Drittens fordert der RCDS schnellere Sanierungen. In Duisburg sind der AStA-Keller sowie Lehrräume seit über einem Jahr geschlossen.

Bereits in der laufenden Amtsperiode beteiligte sich die Fraktion daran, das KulturTicket auszusetzen und die fzs-Mitgliedschaft in eine Fördermitgliedschaft umzuwandeln. Darüber hinaus möchte sich der RCDS gegen eine BAföG-Senkung einsetzen.

SDS tritt nicht mehr an

Bei der StuPa-Wahl 2025 trat der SDS erstmals an und holte auf Anhieb über elf Prozent der Stimmen und drei Sitze im Studierendenparlament. Dieses Jahr kandidiert die Hochschulgruppe nicht mehr. Der Sozialistisch-Demokratische Studierendenverband, kurz SDS, ist der Studierendenverband der Partei Die Linke. Die Begründung für den Rückzug fällt grundsätzlich aus: Es gehe nicht um fehlende Kapazitäten oder persönliche Konflikte, sondern um eine strukturelle Kritik am System.

Das StuPa erfülle eine widersprüchliche Funktion, schreibt die Gruppe in einem offenen Statement: Es erwecke den Eindruck studentischer Mitbestimmung, während die entscheidenden Machtverhältnisse unangetastet blieben. Tatsächlich verfüge es kaum über reale Kompetenzen – es verwalte im Wesentlichen den Teil des Semesterbeitrags, der in die studentische Selbstorganisation fließt. Über Studienbedingungen oder Lebensrealitäten werde dort nicht entschieden.

Als Beleg nennt der SDS die Wahlbeteiligung: Weniger als vier Prozent aller Studierenden gingen zur Wahl. Das sei kein Zeichen mangelnder Öffentlichkeitsarbeit, sondern Ausdruck davon, dass die Mehrheit das StuPa schlicht nicht als wirksames Mittel betrachte.

„Die Arbeit im StuPa ist für uns kein Selbstzweck, sondern verbunden mit dem Kampf um eine gerechtere Gesellschaft“ lautete der eigene Anspruch vor einem Jahr. Das Urteil heute fällt knapp aus: „Dieser Anspruch ist nicht erfüllbar.“

Stattdessen will die Gruppe ihre Energie auf dem Campus einsetzen: in Diskussionen, Bildungsveranstaltungen und direkten Austausch. Denn, so das abschließende Statement:

„Gesellschaftliche Veränderung wird nicht stellvertretend in Parlamenten entschlossen, sondern erkämpft.”

Kommentar

Die StuPa-Wahl an der UDE findet vom 6. bis zum 10. Juli 2026 statt. Wahlvorschläge können noch bis zum 19. Juni eingereicht werden – wer kandidieren möchte, hat also noch ein paar Wochen Zeit.

Aus redaktionellen Gründen veröffentlichen wir in dieser Ausgabe nur die Listen, die uns bis Redaktionsschluss am 31.05. ihre Positionen mitgeteilt haben. Wer noch nicht vertreten ist, kann sich bei uns melden – wir tragen euch online nach. Den vollständigen und laufend aktualisierten Artikel findet ihr über den QR-Code auf dieser Seite.

Volker (25) schreibt seit September 2023 für die Ak[due]ll. Er studiert Wirtschaftsinformatik an der UDE. Sein Redaktionskürzel ist [vos].