Bei dieser StuPa-Wahl tritt die Linke Liste wieder an. Die Liste ist seit Beginn der Wahl am 30. Juni auf Instagram aktiv geworden und hat dort Programm und Kandidatinnen beworben.* Die Kandidatin Penelope Poltrock hat uns erzählt was die Linke Liste an der Universität Duisburg-Essen (UDE) ändern möchte, sodass sie klimaneutral ist, mehr studentische Mitbestimmung anbietet und einen Schutzraum für Betroffene von Diskriminierung und Gewalt darstellt.
Penelope ist 21 Jahre alt und studiert Kunst und Philosophie auf Lehramt im Bachelor. Die anderen Kandidatinnen der Linken Liste – Ducem Ergin, Erika Epp, Anna Tersteegen und Chiara Weißenburg – studieren ebenfalls Fächer der Geisteswissenschaften auf Lehramt. Penelope erzählt uns, dass sich die fünf Mitglieder erst im Mai dazu entschlossen haben, sich für die diesjährige StuPa-Wahl aufstellen zu lassen. „Wir kennen uns alle von der Uni und sind noch ziemlich neu im politischen Uni-Leben.“ Dennoch tritt die Liste mit starken Forderungen an die Hochschulpolitik und Universität heran.
Zuletzt war die Linke Liste 2023 im StuPa vertreten, jedoch bestand sie da noch aus anderen Mitgliedern. Die jetzige Liste steht nicht in Kontakt mit der alten Linken Liste, sind aber offen, in Kontakt zu treten. Die meisten der Kandidatinnen haben noch nicht studiert, als die Linke Liste im StuPa vertreten war.
Studentische Mitbestimmung, Klimagerechtigkeit und Antidiskriminierung
„Die Linke Liste der Universität Duisburg-Essen steht für eine solidarische, antifaschistische, emanzipatorische, feministische, queere, ideologiekritische, antirassistische, anti-antisemitische und sozialistische Hochschule“, betont Penelope. Dabei verweist sie auf die aktuelle Zeit der Krisen von Klima bis Rechtsruck und fordert: „Wir wollen eine UDE, die allen offensteht, soziale Gerechtigkeit lebt und sich aktiv gegen Diskriminierung, Umweltzerstörung und das kapitalistische System stellt.“ Vom Sozialistisch-Demokratischen Studierendenverband (SDS) unterscheidet sich die Linke Liste beispielsweise so, dass sie nicht an die Partei Die Linke gekoppelt ist – Parlamentarismus als Mittel zur Veränderung betrachten sie außerdem als kritisch.
In ihrem Programm fordert die Liste zum Beispiel eltern- und semesterzahlunabhängiges BAföG sowie die Abschaffung von Studiengebühren, um Bildung für alle kostenfrei und zugänglicher zu gestalten.
Des Weiteren setzt sich die Linke Liste für die „konsequente Klimaneutralität der Universität bis spätestens 2030“ ein. Dafür sollen nachhaltige Energiequellen installiert werden, mehr Fahrradstellplätze geschaffen werden, kostenlose ÖPNV sowie mehr veganes, vegetarisches und regionales Essen in der Mensa angeboten werden.
Um Betroffene jeglicher Gewalt und Diskriminierung zu schützen und stärken, fordert die Liste den Ausbau von Empowerment- und Awareness-Programmen und Anti-Diskriminierungs-Trainings für Lehrende und Mitarbeitende.
Für alle studentischen Beschäftigten ist interessant zu erfahren, dass sich die Linke Liste für faire Löhne und Arbeitsbedingungen sowie verlässliche Verträge einsetzt
Damit sich die Studis der UDE hochschulpolitisch mehr beteiligen, möchte die Linke Liste die Entscheidungen und Prozesse des StuPas transparenter kommunizieren. Außerdem fordert sie, dass Studierende in den Aspekten Lehre, Forschung und Campusleben selbst Entscheidungen treffen dürfen und so als zentrale Akteur:innen der Uni ernster genommen werden.
„Uns fehlt bis heute Transparenz von Seiten der Uni.“
Auf unsere Frage, was die Linke Liste anders gemacht hätte, wenn sie in der letzten Legislaturperiode im StuPa vertreten gewesen wäre, antwortet Penelope, dass sie sich für mehr politische Veranstaltungen und Aufklärungsarbeit eingesetzt hätte. Des Weiteren wären die Kandidatinnen anders mit den Vorfällen sexualisierter Gewalt auf Damentoiletten am Campus umgegangen: „Hier fehlt uns bis heute Transparenz von Seiten der Uni und auch ein Konzept, um Studierende und Angestellte gleichermaßen zu sensibilisieren und in die Lage zu versetzen, auf solche Übergriffe zu reagieren.“ Wäre die Linke Liste im StuPa gewesen, hätten sie laut Penelope mehr Druck auf die Uni ausgeübt. Daher fordert sie nun, dass die Uni eine feministische Hochschule werden soll, an der „geschlechtsspezifische Gewalt keinen Platz hat“.
Unter anderem aufgrund dieser Ereignisse möchte sich die Liste in der kommenden Periode umso stärker dafür einsetzen, dass die UDE ein „diskriminierungs- und gewaltfreier Raum für Alle“ wird. Darunter zählt auch die Lernatmosphäre sowie der Ausbau von Beratungs-, Unterstützungs- und Selbsthilfeangeboten. Ihren Schwerpunkt setzen die Kandidatinnen auf die Schaffung eines Raumes zum Austausch der Studierendenschaft: „Die Uni sehen wir auch als sozialen Raum, in dem die verschiedensten Menschen zusammenkommen und sich, jenseits von Leistungsdruck und Konkurrenz, miteinander austauschen.“ So möchte die Linke Liste außerdem das Angebot an kulturellen und politischen Veranstaltungen ausbauen. Wenn Penelope nicht gerade zeichnet, häkelt oder das Tätowieren erlernt, organisiert sie neben ihrem Studium auch politische Veranstaltungen.
Zuletzt appelliert Penelope an die Studierendenschaft: „Geht zur StuPa-Wahl und macht eure Kreuze!“ Noch habt ihr heute und morgen, um diese Kreuze zu setzen.
* Zuerst hatten wir leider einen alten Account der Linken Liste kontaktiert, weshalb das bisher verwendete Logo in unseren Instagram-Beiträgen falsch ist.
