Die GHG zieht mit neuen Ideen, alten Forderungen und einer Prise Selbstkritik in den StuPa-Wahlkampf. Lena Greguric-Aßbeck berichtet aus vergangenen Legislaturen und gibt Einblicke in Herausforderungen, Motivationen und eine Quote der etwas anderen Art.
Lena studiert Politikwissenschaft, wohnt in Duisburg und kandidiert zum dritten Mal für die Grüne Hochschulgruppe für das StuPa. Und wenn sie nicht im StuPa diskutiert? „Dann sitze ich oft im U-Café draußen, trinke meinen Kaffee, yappe mit Kommilition:innen. Ich lese total gerne, engagiere mich aber auch bei den Grünen.” Obwohl der Name Nähe zum Bündnis 90/Die Grünen andeutet, betont Lena: „Es gibt hin und wieder Austausch, wo man über bestimmte Themen spricht. Der Kontakt ist da, aber wir sind auf jeden Fall unabhängig und das ist uns auch wichtig.” Die GHG erhält auch keine Fördergelder von der Partei.
Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und Partizipation sind laut Lena wichtige Säulen der GHG: „Uns ist Nachhaltigkeit super wichtig am Campus. Wir wollen deutlich mehr frei verfügbare Flächen, Entsiegelung und energetische Sanierung. Die Uni muss für die unterschiedlichsten Lebensrealitäten von Studis da sein”.
Rückblick
Für die GHG bedeutete die letzte Legislatur vor allem Veränderung: „Wir haben uns das erste Mal seit Jahren wieder in der Opposition befunden.” Zudem wurden Stellen im AStA hochschulöffentlich ausgeschrieben und nicht nur von den Listen besetzt. Trotz dieser ungewohnten Ausgangsposition brachte sich die GHG aktiv ein: „Wir haben uns sehr intensiv auf die Sitzungen vorbereitet, uns in den Ausschüssen eingebracht und sind in den Austausch mit den AStA-Referent:innen getreten.”
Verbesserungspotenzial sieht Lena zum Beispiel bei der (mangelnden) Anwesenheit: Das hätte an vielen Stellen verhindert, Satzung und Ordnung der Studierendenschaft zukunftsfähig zu gestalten, weil hier eine ⅔ Mehrheit notwendig ist. Das hätte oft zu Verzögerungen geführt. Trotzdem sei viel Diskussionskultur entstanden. „Das war die Legislatur mit der größten Debattenkultur, die ich je erlebt habe in meiner Zeit im StuPa”, erzählt uns Lena.
Die GHG trat mit ambitionierten Zielen an: Zum Beispiel unbegrenzte Prüfungsversuche, längere Öffnungszeiten in Bibs und Cafeten, nachhaltigere Uni-Infrastruktur – Themen, über die das StuPa nicht entscheiden kann, hier steht Lobby-Arbeit im Vordergrund. Unbegrenzte Prüfungsversuche zum Beispiel sind schon seit Jahren ein Thema im StuPa. „Da wird immer gern gesagt, das wäre nicht möglich. Es gibt aber eine Uni in NRW, die das anbietet”, so Lena. Die Uni Bielefeld zum Beispiel: Hier, wie auch bei Themen wie BAföG, sei vor allem Kontakt mit Bundesvertretungen wie dem freien zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) wichtig. Auch in puncto Aufenthaltsqualität ist die Bilanz enttäuschend, es wurden immer mehr Räume und Gebäude geschlossen. „Wir fühlen uns da nicht gehört”.
Neustart, Wahlkampf und eine ungewöhnliche Quote
Die GHG möchte sich inhaltlich und personell neu aufstellen. Die Liste schrumpfe seit Jahren und muss wieder präsenter am Campus werden. Spannend ist hier die Quotierung der Liste: „Wir haben nicht das Problem, dass wir zu wenige weiblich gelesene Personen haben, sondern wir sind auf der männlichen Seite unterrepräsentiert.” So bekommen Männer in der GHG durch die Quotierung einen höheren Listenplatz.
Im Fokus stehen in diesem Wahlkampf zum Beispiel wieder die Abschaffung von Regelstudienzeit und Prüfungsversuchslimit. Die Uni soll in Zusammenarbeit mit den Fachschaften dazu aufgefordert werden, Möglichkeiten, wie man auf Tierversuche verzichten kann, zu evaluieren. Auch die Nachhaltigkeit am Campus soll weiter vorangetrieben werden, zum Beispiel durch Wasserspender am Campus Duisburg. Und die Reform des StuPas und des AStAs sollen weiter vorangetrieben werden. Zum Schluss unseres Interviews appelliert Lena an die Studierendenschaft: „Geht wählen, bitte!”
