Richtig geraten! Es ist der vermutlich baldige Kanzler. [Foto: Julika Ude]
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Wer ist es?

3. März 2025

Das klassische Gesellschaftsspiel ist jetzt ernüchternder denn je. Eine Einladung, eine Runde „Wer ist es?” mit mir zu spielen. Ein kleiner Tipp: Es geht um den, dessen Name ich nicht nennen möchte.

1. Oh, zerbrochen.
Diese Person hält scheinbar gerne ihr Wort, häufig so fest, dass es – oh, zerbrochen. 

2. Kein Feminist.
Diese Person ist kein Feminist, obwohl sie ein Mann ist. Und bald vermutlich rund eine Millionen mehr Frauen als Männer* regieren wird.

3. Überzeugter Doppelmoralist.
Er ist überzeugter Doppelmoralist, und eigentlich auch Antihumanist und Antifeminist: Er versuchte noch kurz vor Ende der letzten Legislaturperiode, ein menschenrechtswidriges Gesetz mit der teils gesichert rechtsextremen AfD durchzubringen, um sich mit Angst Wähler:innenstimmen zu erkaufen. Logischerweise verurteilt er es aber zutiefst, die seit einiger Zeit geplante Abschaffung des Strachfrechtsparagrafen 218, die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, kurz vor Ende der Legislatur in den Bundestag zu bringen. 

4. Keine Regierungserfahrung.
Regierungserfahrungen hat er keine, denn zuvor wollte ihn kein:e Kanzler:in im Kabinett haben, denn die wussten: „Das ist nicht gut mit ihm”, so Franz Müntefering, ehemaliger SPD Politiker.

5. Lobbyismus.
Umso mehr Erfahrungen hat er in entgeltlichen Nebentätigkeiten, in der Lobbyismusbranche und ebenso profitablen Personennetzwerken, die den CDU-Slogan „Fleiß muss wieder im Geldbeutel spürbar werden”, durchaus in ein neues Licht stellen. Er wäre ein Bundeskanzler, der für den eigenen Geldbeutel kämpft.

6. Für Gerechtigkeit.
Und für Ungerechtigkeit: In seinem Buch Mehr Kapitalismus wagen schreibt er „Unsere Marktwirtschaft […] lebt von der materiellen Ungleichheit.” So sollte ein Sozialstaat wie Deutschland auf jeden Fall geführt werden.

7. Ungleichheit und Hass.
Er fährt einen eindeutigen Kurs: Ungleichheit und Hass mit Ungleichheit und Hass füttern; aus einer Krise herausführen, indem er die deutsche Bevölkerung in einen gespaltenen Abgrund stürzt.

8. Finderlohn: Eigenwerbung.
Als er sein Notebook verlor und ein obdachloser Straßenzeitungsverkäufer es ihm zurückbrachte, gab er ihm als Finderlohn nur eines: Sein neues Buch mit dem Titel Nur wer sich ändert, wird bestehen. Vom Ende der Wohlstandsillusion – Kursbestimmung für unsere Zukunft.

9. „Alice, nimm meine Hand.“
Manchmal, vor dem Einschlafen, summt er vielleicht zufrieden: „Alice, nimm meine Hand, führ‘ heute mich ins Albtraumland.“

10. Naaa, wer bin ich?

* Die Statistik erfasst die Geschlechter unvollständigerweise nur binär.