Im begonnenen Kinojahr 2026 blicke ich vielen Filmen mit Spannung entgegen. Welche Filme es trotz Kinopreisen auf meine Leinwand schaffen, findet ihr hier.
Ich habe mehrere Jahre lang eine Kino-Dauerkarte besessen, die ich 2020 aber aus Mangel an Filmen, die mich interessierten, in Kombination mit den Corona-Restriktionen bei Kinobesuchen, gekündigt habe. Nachdem ich seitdem viele Jahre hintereinander vom Kinoprogramm enttäuscht wurde, gab mir das Jahr 2025 wieder Hoffnung. Und auch auf das Kinojahr 2026 freue ich mich (vorsichtig). Neben Blockbustern aus der Kommerzmaschinerie erwarten uns nämlich einige Filme, die versprechen, nicht nur finanziellen Erfolg, sondern auch filmische Qualität zu haben. Ich habe mir Infos zu allen bisher für 2026 angekündigten Filme angeschaut und stelle euch die zehn vor, auf die ich mich am meisten freue. Falls euch das „normale” Kino zu teuer geworden ist, findet ihr einige der Filme bestimmt auch in den nächsten Jahren beim Unikino wieder.
- Der Astronaut (Kinostart 19. März 2026)
Ich habe 2026 viel Lust auf das Weltraumabenteuer, dass Der Astronaut sein wird. Ryan Gosling spielt als Ryland Grace einen Biologen, der gemeinsam mit einem außerirdischen Wesen im All unterwegs ist, um unsere Sonne vor einer mysteriösen Substanz zu retten. Koordiniert wird der Nicht-Astronaut von der Erde aus von Eva Stratt, gespielt von Sandra Hüller. Die Romanvorlage stammt vom selben Autor, Andy Weir, der schon Der Marsianer geschrieben hatte. Dessen Verfilmung mit Matt Damon in der Hauptrolle war bereits ein hervorragender Film, der im Gegensatz zu manch anderem Weltraumfilm auch physikalischen Gesetzen weitestgehend treu blieb. Ähnliches erhoffe ich mir auch von Der Astronaut, eben ergänzt mit viel Weltraumabenteuer.
- Rental Family (Kinostart 08. Januar 2026)
Brendan Fraser spielt in dieser Tragikomödie die Rolle von Phillip Vandarpleog, einem in Tokio lebenden Schauspieler. Da die Schauspielrollen ausbleiben, heuert er bei einer Agentur an, die Familienmitglieder zur Miete anbietet. Als solch ein Mietobjekt gewinnt Phillip nach und nach Einblicke in das Leben seiner „Mieter”. Insbesondere eine Familie, in welcher er die Vaterrolle übernimmt, lässt die Grenzen zwischen seiner Rolle und Realität verschwimmen. Die japanische Regisseurin Hikari liefert eine Mischung aus Wohlfühlfilm und Kulturdrama ab, die – laut den internationalen Kritiker:innen – von der Chemie der Darsteller:innen lebt. Ich erhoffe mir einen leicht zu schauenden Film, der aber auch sozialkritisch mit seinem Konzept umgeht, das in Japan immerhin tatsächlich ähnlich existiert.
- Die Odyssee (Kinostart 16. Juli 2026)
Auf die Liste meiner persönlichen 10 Lieblingsfilme schafft es Christopher Nolan mit Interstellar und Dunkirk gleich zwei Mal. Und so ist es kein Wunder, dass ich auch auf seinen neuesten Film gespannt bin. Ob Nolan es tatsächlich schafft, der Odyssee Genüge zu tun, bleibt aber abzuwarten. Die Geschichte von Odysseus und seinen Männern, die nach dem Ende des trojanischen Krieges auf dem Weg in ihre Heimat unzählige fantastische Abenteuer erleben, wurde vom griechischen Dichter Homer schließlich schon vor über 2700 Jahren erzählt und ist wohl eines der wichtigsten, frühen Werke der Literaturgeschichte. Die Besetzung dieser Verfilmung bietet mit unter anderem Matt Damon, Anne Hathaway und Tom Holland das Potenzial für einen hervorragenden Film. Ich befürchte zwar, angesichts meiner eigenen Erwartungen an eine Homer-Verfilmung, im Kino enttäuscht zu werden. Aber auch ein gescheiterter Versuch kann für mich gutes Kino sein und so bin ich sehr gespannt.
- Der Teufel trägt Prada 2 (Kinostart: 30. April 2026)
Der originale Film war 2006 zwar ein kommerziell erfolgreicher und von Kritiker:innen gut bewerteter Film, er musste aber auch viel Kritik für seine Darstellung einer höchst toxischen Arbeitswelt in der Design- und Fashionbranche einstecken. Sowohl Meryl Streep und Anne Hathaway als auch Stanley Tucci kehren unter der Regie von David Frankel in ihre Rollen zurück. Bisher ist über die Handlung noch wenig bekannt – der veröffentlichte Trailer ist ein anderthalbminütiger Filmausschnitt. Er bildet aber eine veränderte Dynamik zwischen den zwei Protagonistinnen ab, von der ich mir viel erhoffe. Ich freue mich auf einen Der Teufel trägt Prada-Film mit einer emanzipierten Andy Sachs. Ob es eine 20 Jahre später gedrehte Fortsetzung eines bis hierhin gut alleine stehenden Filmes aber gebraucht hat, werden wir im Kinosaal sehen.
- No Other Choice (Kinostart: 05. Februar 2026)
Das koreanische Kino trat erst 2019 mit der Veröffentlichung von Parasite auf die Bühne des internationalen Films. Zu einer der globalen Spätentdeckungen zählte dann aber auch Die Taschendiebin von Park Chan-wook, dem Regisseur von No Other Choice. Laut allem, was man über seinen neuesten Film weiß, beinhaltet auch dieser die schonungslos ehrliche, brutale Gesellschaftskritik, die vielen koreanischen, erfolgreichen Filmen innewohnt. Bisher schaffte es Chan-wook dabei aber auch immer, die humoristischen Elemente im Drama zu finden. Und darauf legt es auch No Other Choice an, in dem der Protagonist nach Jahren der Arbeitssuche zerbricht und anfängt, Mitbewerber auf eine Arbeitsstelle aus dem Weg zu räumen. Ob seine Familie, der er dadurch helfen möchte, mit diesem Weg einverstanden ist?
- Nouvelle Vague (Kinostart 12. März 2026)
Dass ein Film über das Kino und das Filme-Schaffen ausgerechnet von Netflix produziert wird, ist ironisch. Schließlich ist der Streamingdienst mitverantwortlich für das häufig ausgerufene Sterben des Mediums Kino. Und auch bei Nouvelle Vague ist unklar, ob der Film in deutschen Kinos überhaupt großflächig anlaufen wird. In den USA veröffentlichte Netflix den Film eher alibimäßig, um für die Award-Season berücksichtigt zu werden. Richard Linklater, ein Amerikaner, führt Regie in diesem französischen Film über die Entstehung des französischen Klassikers Außer Atem von 1960. Es scheint ein Film für Filmliebhaber zu sein, der hoffentlich die Kurve weg von prätentiöser Meta-Liebhaberei hin zu gutem Kino kriegt. Ich werde mich im Kinosessel wohl ziemlich gebildet fühlen – bis zum Filmstart.
Honorable Mentions:
- Peaky Blinders: The Immortal Man (kein Kinostart, auf Netflix ab 20. März 2026)
Von der Wahrnehmung als gute BBC-Serie hin zum Symptom des Kulturwandels einer ganzen Generation junger Männer hat es die Serie Peaky Blinders wenige Jahre gebraucht. In den späteren Staffeln schien „Aura-Farming” gar das liebste „stilistische Mittel” der Macher zu sein. Ich hoffe, dass sich der nachfolgende Film auf die anfänglichen, filmischen Stärken der Serie besinnt und einen würdigen Abschluss darstellt.
- The Testament of Ann Lee (Kinostart: 12. März 2026)
Der Film stellt mit Amanda Seyfried in der Hauptrolle die Gründung der religiösen „Shaker”-Bewegung im Vereinigten Königreich und Amerika dar. Seyfried spielt deren von ihren Anhänger:innen als göttlich verehrte Gründerin und versucht, einen utopischen Himmel auf Erden zu erschaffen.
- The Bride! (Kinostart: 05. März 2026)
Schon 1931 erschien der erste Kinofilm über „Frankensteins Braut” und in dieser neuesten Auflage spielt Jessie Buckley eben diese. Geschaffen zu dem Zweck, nur eine Partnerin von Frankensteins Monster zu sein, wird jedoch bald klar, dass die Untote auch eigene Interessen hat. Anhand des Trailers kann man gar erahnen, dass sich die „klassischen” Rollen zwischen dem Monster und seiner Braut möglicherweise umkehren.
- Disclosure Day (Kinostart: 11. Juni 2026)
Steven Spielbergs langer, beeindruckender Filmographie wird 2026 ein weiterer hinzugefügt. Die bisherigen Infos dazu sind spärlich, mit Spielberg hinter und unter anderem Emily Blunt vor der Kamera sollte uns aber ein guter Kinofilm erwarten. Es scheint sich um außerirdische Phänomene zu drehen, die aber in filmhistorisch ungewohnter Art und Weise auftreten.
