Nicht alles wurde umgebaut.
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Toiletten Recap: Was ist in einem Jahr passiert?

21. Februar 2026

Vor rund einem Jahr wurde eine Studentin auf einer der Damentoiletten in R11 gefilmt. Der mediale Druck, den der Vorfall auslöste, brachte das Rektorat dazu, Maßnahmen anzukündigen, die die Campussicherheit stärken sollten. Jetzt, nach einem Jahr, fragen wir nach, was alles passiert ist – und was nicht.

Das Rektorat reagierte erst über eine Woche nach dem Vorfall öffentlich, als schon mehrere Zeitungen darüber berichtet hatten. Per Mail informierte es die Studierenden, die es nicht über Social Media oder die klassischen Medien sowieso schon mitbekommen hatten. Außerdem stellte es in Aussicht, drei Maßnahmenfelder angehen zu wollen: Die „bauliche Situation solle durch das Installieren weiteren Sichtschutzes“ verbessert werden. Der Einsatz des Sicherheitsdienstes solle angepasst werden. Es werde „neu über Ansprechpersonen, Melde- und Kontaktadressen im Notfall oder bei Beratungsbedarf“ informiert.

Die bauliche Anpassung aller Toilettenräume wurde im Januar 2025 unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls vom Gebäudemanagement begonnen. Aufgrund von gesetzlichen Vorgaben wie etwa Brandschutzregelungen wurde sich für die Bodenangleichung von Toilettenkabinenwänden entschieden. Das Gebäudemanagement stellte in Aussicht, bis zum Ende 2025 den Umbau abschließen zu können. Aufgrund der Größe und Höhe des Auftrages musste es aber öffentlich ausgeschrieben werden, was den Umbauprozess verzögern könnte. Heute, über ein Jahr nach dem Vorfall und dem Beginn der angekündigten Maßnahmen, sind zwar beinahe alle der Damentoiletten umgebaut, insbesondere auf Herrentoiletten ist aber noch nichts bis kaum etwas passiert. Die Priorisierung und Reihenfolge ist absolut verständlich und richtig, warum sich der Baufortschritt insgesamt aber um so viel verzögert hat, bleibt fraglich. Die zuständigen Stellen an der UDE haben uns auf diese Frage keine Antwort gegeben.

Ebenfalls kurz nach dem Vorfall wurde damit begonnen, Sticker in allen Toiletten anzubringen, die die Raumbezeichnung beinhalten und auf Notrufnummern hinweisen. Das Gebäudemanagement hatte bereits vor dem Vorfall das Anbringen der Sticker geplant. Möglicherweise enttäuschend für manche ist dabei aber, dass die angegebenen Notrufnummern nur die der Polizei und Feuerwehr sind. Eine Nummer des Campussicherheitsdienstes, der schneller vor Ort sein könnte, steht nicht darauf. Außerdem sind die angegebenen Notfallhinweise nicht spezifisch, sondern nur allgemeine Hinweise wie etwa „Ruhe bewahren“.

Die Neuinformation über Stellen im Notfall oder Beratungsadressen scheint weniger erfolgreich gewesen zu sein. So hatte das Prorektorat für Studium und Lehre den Fachschaften Anfang 2025 versprochen, Hinweise zu Anlaufstellen unter anderem im Fall sexualisierter Gewalt, verstärkt durch Lehrende zu Beginn von deren Lehrveranstaltung geben zu lassen. Zu Beginn des Wintersemesters 2025/26 haben wir als ak[due]ll eine kleine, nicht-repräsentative Umfrage durchgeführt. In dieser haben wir Studierende gebeten, uns die Anzahl der Lehrveranstaltungen zu nennen, in denen sie über solche Anlaufstellen informiert wurden, sowie die Gesamtanzahl ihrer Lehrveranstaltungen. Dabei wurden Doppelnennungen nicht berücksichtigt. In 23 von 104 Veranstaltungen, also rund 22 Prozent, wurde über Anlaufstellen informiert. Das ist ausbaufähig.

Das Campus-Sicherheitskonzept, das erstellt werden sollte, befindet sich immer noch in der Ausarbeitung und die Pressestelle der UDE teilte uns mit, dass „im Laufe des Jahres mit einer finalen Fassung” zu rechnen sei. 

Die Kommunikation des Rektorats scheint  keine bedeutsame Wende genommen zu haben. Zwar informierte es im Februar 2025 die Universitätsangehörigen proaktiv über einen zweiten Vorfall, in dem ein Mann auf einer Damentoilette gemeldet wurde, zu der aktuellen Keimsituation in den Wasserleitungen einiger Duisburger Gebäude informierte es aber auch erst wieder einen Tag nachdem die WAZ darüber schrieb – per Mail.

Moritz ist 25 Jahre alt und seit August 2024 Teil der ak[due]ll-Redaktion. Er studiert an der UDE Kommunikationswissenschaft und Germanistik. Als Redakteur schreibt er vor allem Artikel über lokale und Campus-Themen. Sein Redaktionskürzel ist [mok].

Moritz Karrer

Moritz ist 25 Jahre alt und seit August 2024 Teil der ak[due]ll-Redaktion. Er studiert an der UDE Kommunikationswissenschaft und Germanistik. Als Redakteur schreibt er vor allem Artikel über lokale und Campus-Themen. Sein Redaktionskürzel ist [mok].

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