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Erasmus-Trivago: Peter Zwegat Edition

18. Oktober 2024

Artikel: Nikita Verbitskiy | Guter Wein und gutes Essen machen sich beim Kontostand bemerkbar. [Foto: Nikita Verbitskiy]

Das Auslandssemester: Versprechen von Partys und unvergesslichen Erlebnissen abseits des monotonen Hochschulalltags, den wir lernten zu lieben – oder es zumindest versuchten. Unser Redakteur ist mittendrin und berichtet, was es zu beachten und zu erleben gibt.

Im Auslandssemester stehen die Chancen hoch, dass ihr an einen Ort kommt, der für viele auch als Urlaubsort gilt. Außer die mit einer besonders limitierten Auswahl an Partnerunis, suchen sich die meisten einen Ort aus, der eine gewisse Abwechslung zum deutschen Alltag bieten kann. Barcelona zählt mit seiner schier unendlichen Auswahl an Bars und Restaurants, Winterdepressionen-bekämpfenden Mengen an Sonnenstunden und einem packenden Nachtleben zu einem besonders populären Urlaubsort. Sollte es für euch an einen vergleichbaren Studienstandort gehen, so ist man schnell dazu verleitet, den Aufenthalt wie einen unendlichen Urlaub zu sehen. Nach der Vorlesung ans Meer, Wochenendtrips nach Ibiza und Südfrankreich sowie die Möglichkeit, zu fast jedem Zeitpunkt auszugehen, täuschen über eine Tatsache hinweg: Der Urlaub muss irgendwann vorbei sein. 

Das soll auf keinen Fall heißen, dass man die Lektüre statt an der Küste in der staubigen Bib durchgehen muss. Doch verleitet das Urlaubsfeeling schnell dazu, wie im Urlaub zu leben. 30 Grad lassen einen vergessen, dass man normalerweise nicht jeden Tag Geld für Tapas-Bars, Tickets und Tourismus ausgibt. Einerseits gibt es so viel zu probieren, hinter jeder Ecke lockt ein neues süßes Café oder Museum. Andererseits lockt bei Nichtzahlung der Vermieter auch mit Zwangsräumung. Besonders gefährlich wird hier die Art der Auszahlung beim Erasmus-Programm. Ihr bekommt 80 Prozent eurer Summe zu Beginn des Aufenthalts auf einmal ausgezahlt. Wenn auf einmal eine größere Summe aufs Konto kommt, verliert man schnell die Selbstdisziplin, da die Nummer in der Banking-App super aussieht, auch nach einigen Nächten voller Espresso Martinis und Cava. Versucht euch ein Budget aufzustellen, sammelt alle Aus- und Eingaben und plant voraus, wann ihr wie viel Geld übrig haben musst. Auch wenn FOMO ein furchtbarer Buchhalter ist, solltet ihr versuchen, zwischendurch auch mal nein zu sagen. 

Money, Money, Money

Eine weitere Prüfung in der Hinsicht stellen die eventuellen Besuche aus der Heimat da. Wenn Freunde für ein paar Tage da sind, werdet ihr merken, dass sie sich kein Budget aufgestellt haben, schließlich sind sie ja nur für eine kurze Zeit da und müssen diese nutzen. Ein Tipp hierbei wäre es, sich zum Beispiel für manche der Mahlzeiten mal zu trennen. Wenn es für die Besucher:innen in die nächste Tapas Bar geht, dann für euch vielleicht lieber zum Supermarkt. Es gibt auch viele günstige oder kostenlose Angebote, die ihr zusammen in Anspruch nehmen könnt. Eine Second-Hand Shopping Tour kann zum Beispiel bei den Humanas hier am 1-3 Euro Tag sehr günstig ausfallen und es gibt in den meisten Museen kostenlose Tage oder vergünstigte Tickets. An bestimmten Tagen zahlt ihr keinen Eintritt bei den Clubs und mit etwas Mühe findet ihr auch Bars, in denen euch schon 20 Euro zu einer Alkoholvergiftung verhelfen.

Achtet aber auch darauf, nicht zu sehr ins Gegenteil umzuschwenken. Ich hatte bereits einige lustige Nächte, die mir daraufhin beim Eintragen der Ausgaben Bauchschmerzen bereitet haben, obwohl ich bis dahin den größten Spaß hatte. Die Ausgaben im Überblick behalten ergibt Sinn, mitten im Club mit sich breit machender Panik im Gesicht zu stehen, weil die Drinks teurer waren als gedacht, weniger. Im Endeffekt seid ihr ja doch nur einmal hier und solltet die Zeit so gut es geht genießen. Dazu gehört eben aber auch ein Dach über dem Kopf.