Hazel Brugger mit der Dirigentin des WDR Funkhausorchesters, Sarah Hicks. [Fotos: Sven Lorenz/Philharmonie Essen]
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„Wie kannst du planen, was rauskommt?”

5. Februar 2026

Wenn die Sparkasse den Essener Bürger:innen ein Geschenk in Form von Hazel Brugger mit dem WDR Funkhausorchester macht, schauen wir natürlich vorbei. Bei ausverkauftem Haus stellte die Schweizer Comedienne ihr persönliches Mixtape vor und ließ nebenbei keinen Witz liegen. 

Der Ton war gesetzt, als das Funkorchester gut gelaunt mit Norbert am Alphorn und wehenden Schweizer Fahnen in der Percussion-Sektion „Heidi” anstimmte und damit Hazel Brugger auf die Bühne begrüßte. Der Bezug zur Schweiz, ihrer Heimat, war offensichtlich und jegliches Klischee über ihre Nationalität sollte über den Abend bedient werden. Nur gerecht, dass sie auch Essen und die Spielstätte am Abend zuvor, Köln, mit durch den Kakao zog. „Wenn man in Essen lebt, macht man das Leben zu einer poetischen Wiese der Möglichkeiten”, scherzt sie gleich zu Beginn.

Auf die ersten dicken Lacher folgte Bruggers ganz persönliche Musik-Selektion aus 15 Stücken und einer Zugabe. Darunter auch einige aus Film und Fernsehen. Die Titelmusik zur Serie The White Lotus (2021) von Cristobal Tapia de Veer war eine der aktuellsten. Wer das Intro kennt, weiß, dass man es entweder hasst oder liebt. Ähnlich ging es manchen Zuschauer:innen, was den Humor von Brugger angeht. Beim Verlassen des Saales überhören wir, wie ältere Herren zwar die Musik lobten, aber ihr Unverständnis für die Moderation von Hazel Brugger äußerten. Fäkalhumor und groteske Scherze über eine (angeblich) Hunde-fressende italienische Gemeinde mögen vielleicht nichts für jede:n sein, aber das heterogene Publikum brach dennoch regelmäßig lauthals in Gelächter aus. 

Ein Abend für normales Publikum” 

Dass es in die Philharmonie mal ,normale’ Leute, wie Brugger sie nannte, schafften, war der Philharmonie-Stiftung der Sparkasse Essen zu verdanken, die für das „Stadtgeschenk” Ticketpreise von lediglich 5 Euro verlangte. Das Event war schnell ausverkauft. Es wurden später sogar noch weitere Tickets auf der Chorempore zum Kauf freigestellt. Dort konnte man während „The Lion Sleeps Tonight” zwei Freundinnen Arm in Arm eingehakt miteinander beim Schunkeln beobachten. Der Erlös des Abends geht an das Education-Programm der Philharmonie Essen für Kinder, Jugendliche und Familien.

Von „99 Luftballons”, über zwei Lieder von Adele, den Beach Boys bis zum Radio-Hit „A Bar Song (Tipsy)”, war für viele etwas dabei. Einige davon waren mit kleinen Anekdoten aus Bruggers Leben versehen, manche standen für sich selbst. Das Highlight des Abends für uns waren aber nicht die Musik oder die vorgeschriebenen Witze, sondern die Interaktionen mit dem Orchesterensemble. Besonders der italienische Bratschist, Frederico Bresciani, kam fast an Bruggers Schlagfertigkeit heran und hatte sichtlich Spaß an der kleinen Q&A Runde mit der Comedienne, auf die sich im Laufe des Abend wiederholt rückbezogen wurde. 

Philharmonie Essen/Sparkasse Essen | Hazel Brugger 31 Januar 2026 Sven Lorenz Fotografie | Essen

Damit blieb er aber nicht das einzige sympathische Gesicht im Orchester. Auch die amerikanische Dirigentin, Sarah Hicks, ließ jeden Witz mit sich machen. Als Norbert die Moderatorin das Alphorn ausprobieren lässt, fragt sie ihn nur verdutzt: „Wie kannst du planen, was rauskommt?” Planen kann man viel, dass die Stimmung auf der Bühne so ansteckend sein wird, war für uns eine Überraschung. Man konnte Insider zwischen mehreren Instrumentalist:innen beobachten und freute sich über deren Spaß am Spiel direkt mit. 

Kulturticket = regelmäßiges Stadtgeschenk” 
Der Abend war zwar etwas besonderes im Repertoire von Theater und Philharmonie Essen (TuP), aber es kann auch als eine Art Appell an unsere Studis verstanden werden, das Programm des TuP auszukosten. Während viele auf Events wie dieses warten müssen, um günstig in die Philharmonie zu kommen, stehen den Studis der UDE die Türen für einen Euro offen. Zumindest noch im laufenden Wintersemester. Wie es um die Zukunft des  KulturTickets steht, ist derzeit noch ungewiss. Der AStA hat den Vertrag mit TuP vorerst gekündigt und führt bald Gespräche mit dem TuP.

Carolin (25) schreibt seit April 2024 für die ak[due]ll. Als Redakteurin interessieren sie Themen wie intersektionaler Feminismus, das Campusleben in Essen und lokale Happenings. In der Redaktion ist sie als car bekannt.

Carolin Neumeier

Carolin (25) schreibt seit April 2024 für die ak[due]ll. Als Redakteurin interessieren sie Themen wie intersektionaler Feminismus, das Campusleben in Essen und lokale Happenings. In der Redaktion ist sie als car bekannt.

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