[Illustration: Lisa Johanna Enninger]
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Die kulturelle Bedeutung des KKC

2. September 2025

Ein Kommentar

Für unseren Bericht über den Skandal rund ums KKC haben wir tief graben müssen, bis in die 1990er Jahre. Da waren alle Mitglieder unserer Redaktion noch Quark im Schaufenster. Trotzdem machen Berichte über KKC-Partys mit Bands wie Wir sind Helden melancholisch. Denn mit der Schließung des Kneipen-Cafés in 2015 verschwand nicht nur ein Ort, sondern auch ein Stück studentischen Lebens, wie wir es heute in Essen kaum noch kennen.

Den Tod der Campuskultur scheinen wohl schon unsere Redakteur:innen im Jahr 2015 geahnt zu haben, wenn sie Schlagzeilen formulierten wie „Klappe zu, Kneipe tot?“, „KKC – Es ist tot?“ , „Es ist immer noch tot“ und „Es soll wieder leben?“. Corona versetzte dem Ganzen dann potenziell einen Todesstoß.

Und schon 2016 bezeichnete David Schraven, Correctiv-Gründer, den AStA der UDE als „kaum legitimiert”, damals noch mit einer Wahlbeteiligung von knapp unter 15 Prozent. Davon können unsere ASten heute wohl nur träumen, denn bei der StuPa Wahl 2024 lag die Beteiligung bei einem neuen Höchststand von 4,92 Prozent, 2025 sogar nur bei 3,92%. Von Legitimation kann hier wohl kaum eine Rede sein. Das wäre ungefähr so, als würden nur die Einwohner:innen Berlins den Bundestag wählen. Und das wollen nicht einmal die Einwohner:innen Berlins. Das zeigt: Im Zweifel ist es den Studierenden herzlich egal, was im AStA, StuPa, Senat, etc. entschieden wird und ob Schindluder mit den Geldern getrieben wird.

Was also tun?

Sicher rettet nicht noch eine Verteilaktion mit Slush-Eis und AStA-Feuerzeugen das Ansehen. Studierende und der AStA selber müssen sich als aktiven Teil der Campuskultur sehen, und das geht nicht über Giveaways. Studierende brauchen Orte, an denen sie sich außerhalb der Vorlesung wirklich begegnen, feiern und diskutieren können.

Genau das war einst die Rolle des KKCs. Ein selbstverwalteter Raum, in dem studentisches Leben aus mehr als Vorlesungen und Mensa bestand. Wer geringe Beteiligung und politisches Desinteresse der Studierendenschaft überwinden will, muss das Problem bei der Wurzel packen: Studierende und AStA sind einander fremd geworden, weil Räume zur Begegnung und Selbstbestimmung verschwunden sind. Eine Neuauflage des KKCs wäre ein Signal, dass Studierendenvertretung nicht nur Verwaltung, sondern gelebte Gemeinschaft ist.

Volker (23) schreibt seit September 2023 für die Ak[due]ll. Er studiert Wirtschaftsinformatik an der UDE. Sein Redaktionskürzel ist [vos].