Wieder leere Wahlurnen? [Illustration: Lisa Johanna Enninger]
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Neu an der UDE: Der SDS kandidiert

2. Juli 2025

Obwohl der Sozialistisch-Demokratische Studierendenverband (SDS) an über 60 Hochschulen deutschlandweit vertreten ist, gab es ihn bis vor einem Jahr nicht an der Universität Duisburg-Essen (UDE). Nun wollen sie auch hier für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen und können noch bis zum 04. Juli von euch in das StuPa gewählt werden. 

Ein Kernthema des SDS besteht aus der Bezahlbarkeit des Studiums. „Wir verstehen das auch als Teil des Kampfes für eine bessere Gesamtgesellschaft“, verraten Parteisprecher:innen. Teil davon soll auch ein bundesweit existenzsicherndes BAFöG sein. Dies soll es Studierenden auch ermöglichen, sich aktiver in das hochschulpolitische Geschehen einzubringen. „Vielen Studis fehlt einfach die Zeit zwischen Studium und Job, sich auch noch politisch zu engagieren“, so der SDS. Dies soll ein angepasster BAFöG-Satz ermöglichen. 

An der letzten Legislaturperiode kritisiert der SDS insbesondere die Aufarbeitung der sexuellen Übergriffe: „Die Universität hat viel zu lange gebraucht, um dazu Stellung zu nehmen und die angekündigten Maßnahmen reichen nicht aus“, heißt es.  „Hier hätten wir im StuPa Druck machen können und werden das nach der Wahl auch tun“, gelobt der SDS. 

Eine Stärke des SDS wäre seine Vernetzung. Die bundesweit aktiven Strukturen, mit denen der SDS der UDE vernetzt ist, kann ein Asset werden. So steht die hochschulpolitische Partei auch in enger Zusammenarbeit mit den Kreisverbänden der Linken in Duisburg und Essen. Diese Strukturen können „über die Grenzen der UDE hinaus“ wirken.

„Eine konsequente Friedenspolitik ist uns wichtig“

Die Zivilklausel steht im Zentrum des Programms beim SDS. Mit ihr geht ein Verbot der Forschung zu militärischen Zwecken einher. Aktuell ist dies bei der UDE der Fall, doch das Thema wird zu dieser Wahl heiß diskutiert. Von Konflikt gezeichnete internationale politische Geschehen schüren bei vielen Angst, weshalb diese Frage nun zum ersten Mal ins Zentrum der Debatten rückt. Der SDS positioniert sich hier klar: „Wir möchten die Zivilklausel, die Militärforschung an der UDE verbietet, beibehalten.“ 

Doch nicht nur dabei soll es bleiben. Es wird bekräftigt, dass Rüstungskonzerne und die Bundeswehr nicht an die Universität gehören und hier ein Auftrittsverbot und Aussetzen ihrer Veranstaltungen längst überfällig sei. „Eine konsequente Friedenspolitik ist uns wichtig“, fasst der SDS die Position dazu zusammen. 

„An der Urne und darüber hinaus“

Falls ihr euch fragt, was denn SDS-Mitglieder:innen außerhalb ihrer hochschulpolitischen Arbeit in ihrer Freizeit tun: Noch mehr politische Arbeit. Durch die aktive Arbeit in den Kreisverbänden und die Aufstellung zu Kommunalwahlen kommt bei vielen Mitglieder:innen die Freizeit zu kurz. Doch „Sport, Musik und andere kleine Freuden“ schaffen sie es trotzdem in ihrem Alltag unterzubringen. 

Als Aufruf möchte der SDS noch mitgeben: „Es braucht endlich ein Korrektiv gegenüber Rektorat und Universitätsbürokratie, die die linken Positionen der Studierendenschaft vertritt.“ Dies sei nur mit der Unterstützung der Studierenden möglich, „an der Urne und darüber hinaus.“