[Illustration: Julia Walerus]
Posted in

Do It Yourself – Von der Subkultur für die Subkultur

10. Juni 2026

Der Eingang liegt fast verborgen, kaum sichtbar für die stereotypen Rüttenscheid-Gänger:innen. Viele Leute in gedeckten Farben, aber entblößten tätowierten Beinen sitzen vor der Tür zum Emokeller. Einige davon sind Bandmitglieder, zwei von der Emokeller-Konzertgruppe. Unweit der offiziellen Ausgehmeile Essens existiert ein Ort, der Konzepten wie überteuerten Drinks und Mainstream-Musik entgegensteht. Hier veranstaltet das zugehörige Kollektiv regelmäßig Do It Yourself-Konzerte. 

Das bedeutet nicht, dass die Bands ihre Instrumente selbst basteln und ihren eigenen Merch stricken, also im handwerklichen YouTube-Tutorial-Sinne. Vielmehr geht es um eine Haltung, die aus einem Bruch mit dem kommerziellen Mainstream stammt. Also Veranstaltungen von der Subkultur für die Subkultur außerhalb kommerzieller Verwertungslogiken. Mit dieser Einstellung, kann man an ganz verschiedene Themen herangehen: Labels, freie Radiosendungen, Küche für alle oder Magazine. DIY-Konzerte werden hier vom Booking bis zur Beherbergung selbst erledigt. 

Gleich drei Punkbands, Wau Miau, Theilen und Gedrängel, sind heute Abend angereist, um die Besucher:innen zum Schwitzen zu bringen. Um 18 Uhr, zwei Stunden vor Einlass, kommen die Bands an und machen Soundcheck. Das Emo-Team unterstützt teils beim Aufbau, während andere das Essen vorbereiten. Marta, Julia und Marc stehen in der Küche. Heute hat Marta für Frikadellen aus Kidneybohnen und Kartoffelsalat eingekauft. Als Marius dazustößt, um vegane Mayo anzurühren, freuen sich alle über die Chips, die er für das Team mitbringt. Den Ablauf vor dem Einlass können alle auswendig. Immerhin werden hier seit über zwanzig Jahren Konzerte veranstaltet.

Noch wesentlich länger reicht DIY in die Punkgeschichte des Ruhrgebiets zurück. Schon 1979 gründeten sich in Bottrop die Upright Citizens, die 1985 als erste deutsche Punkband überhaupt die USA tourten. Seit 1989 erscheint das OX-Fanzine aus Solingen, das auch weiterhin alle zwei Monate mit Rezensionen und Interviews tief in die Punk- und Hardcoreszene eintaucht. Ganze Bücher wurden über Punk im Ruhrgebiet bereits geschrieben und dokumentieren, was zwischen Duisburg und Dortmund jahrzehntelang in Jugendzentren, Proberäumen und kleinen Clubs abging. Heute trägt beispielsweise Zinnober e.V. aus Essen die Mentalität im größeren Stil weiter: Seit 2024 organisiert der Verein jährlich das Zinnober-Festival, welches auch dieses Jahr im September wieder im Delta Musikpark stattfindet. Die Grenzen, was DIY genau ist und was nicht, sind schwammig und werden oft individuell gezogen. Während die einen strikt zwischen kommerziellen Veranstaltungen und DIY-Events trennen, sehen andere DIY-Elemente auch in Großveranstaltungen, wo dennoch das Solidaritätsprinzip im Fokus steht. Vor allem ist DIY aber eine Haltung, die auf Werten des Zusammenhalts innerhalb einer Subkultur basiert und auf diese angewiesen ist.

Der Innenraum des Emokellers. [Foto: Carolin Neumeier]

Wer die Treppen zum Emokeller herunter steigt, bekommt einiges zu lesen. Um alle Slogans und Aufschriften an den Wänden zu lesen, bräuchte man vermutlich selbst den ganzen Abend. Dazu zieren glänzende Luftballons, die verschiedene antifaschistische Akronyme oder Zahlenkombinationen bilden, den Raum. Aktiv sind plus/minus 14 Leute in die Planung von Konzerten und Events involviert. Marta (37) und Marius (33) sind beide Teil des Emo-Teams und haben früh durch ihr Interesse an Punk- und Hardcoremusik in der Subkultur eine Community gefunden und irgendwann mit angepackt. 

Was sind Fanzines?

Fanzines (zusammengesetzt aus Fandom und Magazine) sind selbst gestaltete Hefte, oft günstig produziert, die Texte zu und aus der Szene oder auch anderen Themengebieten beinhalten. So kann es inhaltlich um einzelne Bands, Touren, die Szene in einer bestimmten Region oder vieles mehr gehen. Die Webseite Punkfanzines hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst viele deutschsprachige Zines aus der Szene zusammenzutragen.

Solidarität als Grundprinzip

Marta hat früh selbst in Bands gespielt. Als Kind in Lettland wollte sie irgendwann keine Geige mehr spielen. Dann kam der Umzug nach Deutschland. Dort, sagt sie, „war es eine Fifty-fifty-Chance, ob ich ein Gabba-Kind werde oder ob ich Punk werde. Beides wurde mir quasi zur gleichen Zeit mit einer Pulle Bier angeboten.” Es wurde nicht Techno, sondern Punk. Im Philosophiestudium an der RUB kam sie durch einen Professor dann selbst zum DIY. Sie erzählt: „Er hatte Bandshirts von Konzerten an, wo ich teils auch hingegangen bin. Dann habe ich selber angefangen, solche Shirts mehr zu tragen als ‘Guck mal, guck mal!’ Darüber sind wir dann ins Gespräch gekommen und haben gemerkt, dass wir über Ecken ein paar Leute kennen.” Er war der Gründer ihres ehemaligen Kollektivs Fiducia, das damals in Locations im ganzen Ruhrgebiet Konzerte veranstaltete. 

Die Getränke kosten hier kaum drei Euro. Der Spender, um sich für 50 Cent Ohrstöpsel zu kaufen, ist gerade leider leer, dafür stehen dort heute einige 0,5l Wasserflaschen für die Besucher:innen kostenlos bereit, um bei den Temperaturen nicht zu dehydrieren. Gehörschutz ist in der kleinen Räumlichkeit bei  Live-Musik sehr zu empfehlen. Links von der Theke steht ab und an die Tür zur Küche offen, wo man dann das Büffet mit Frikadellen und Kartoffelsalat, das das Team für die Bands vorbereitet hat, sehen kann.

Auf die Frage „Wofür steht DIY für dich?” antwortet Marta direkt mit „Solidarität!” Das Ausrufezeichen hinter ihrer Aussage ist klar hörbar. DIY-Events wie die VoKü, die Volxküche, ein regelmäßiges offenes Buffet, sind immer vegan und spendenbasiert, weil „die Solidarität der Konsens ist, dass alle mitessen können.” Während kommerziell organisierte Konzerte immer teurer werden, wirkt dieses Konzept fast radikal und ist politisch zu verstehen. „DIY-Spaces schaffen Raum für Menschen, die es sich nicht aussuchen können, ob sie politisch sind oder nicht”, sagt Marta. Damit das funktioniert, müssen alle anpacken. Es geht um ein solidarisches Miteinander in Bezug auf Gäst:innen und auf den Umgang untereinander in den DIY-Gruppierungen. 

Da müssen Kollektivmitglieder für die Bands auch mal ihre eigene Couch hergeben. Marius erzählt fast ungläubig: „Wie viele Leute bei mir über die Jahre auf meiner Couch gepennt haben oder wie vielen wildfremden Leuten ich meine Wohnung überlassen habe und woanders geschlafen habe, bei Freuden, damit die da zu sechst aus Spanien in meinem Zimmer pennen können. Ich habe diese Leute das erste Mal vier Stunden vorher getroffen und ihnen einfach meinen privaten Raum überlassen, weil ich durch dieses Netzwerk und diese Überzeugung immer die Sicherheit hatte, dass wir einen Wertekompass teilen.” Heute Abend müssen die Bands nicht in Essen unterkommen, weil sie alle aus dem Rheinland angereist sind. 

Aber dieses Netzwerk von Gleichgesinnten geht weit über Deutschland hinaus. Marta konnte Bands aus Singapur, Kanada und Mexiko kennenlernen. „Es ist voll schön, so weit weg zu sein, auf anderen Kontinenten, und trotzdem sofort zu merken, auch wenn du die nicht kennst, dass sie die gleichen Grundwerte haben: Gleichberechtigung und Solidarität.” Sie spricht quasi selbstverständlich von ihrer „DIY-Familie”, die überall auf der Welt verteilt ist. Mit einer so hilfsbereiten Familie kommen natürlich auch unendliche Möglichkeiten von Wissenstransfer und Skillsharing. „Man hat Zugriff auf ein ganz großes Archiv, weil die Leute zueinander stehen und sich gegenseitig aushelfen“, meint Marius.

Trotzdessen gesteht Marius eine gewisse Skepsis, die am Anfang vorhanden ist. „Nicht jeder kommt rein, weil es einen bestimmten Szenekurs gibt und das so eine immanente Problematik von Subkultur ist, auch wenn sie sich offen gibt und offen sein möchte.”

Selbstausbeutung 

Der Mehraufwand, der durch Fragen wie ‘Wo schlafen die Bands? und ‘Wie kommen sie nach dem Konzert zur Wohnung dieser Person?’ bedeuten einen zusätzlichen Aufwand, der in den Raum des Privaten übergeht. Dadurch kommen, wie in jedem Zusammenschluss, der auf Freiwilligkeit beruht und zusätzlich unkommerziell stattfinden will, Risiken auf, dass ungleich gearbeitet wird und eine:r mehr macht als der:die andere. Marta erzählt, dass sie in ihrem vorherigen Kollektiv sogar kurz vor dem Burnout stand. 

In der Regel kann man hier aber miteinander reden. „Es gibt immer wieder Momente, wo man nochmal kritisch drüber reden muss, dass man sich erhofft hat, dass andere Leute sich mehr einbringen, weil man da zu zweit abends noch stand und den Hof fegen und Kippenstummel einsammeln, Flaschen ausleeren musste und das dann mit sechs Leuten einfacher gewesen wäre”, so Marius. 

Zusätzlich machen das alle nebenbei. Die meisten DIY-ler:innen haben Jobs, die Lebenshaltungskosten decken, denn der Profit des Einzelnen ist nicht das Ziel der Szene. Wie anstrengend das sein kann, weiß Marius zu gut. „Ich bin nach einem acht Stunden Arbeitstag, der so schon viel zu lang war, auf Konzerte gefahren, hab Kasse gemacht, hab nachts abgespült bis um 2 Uhr und bin dann morgens um 7 Uhr wieder aufgestanden, um um 8 Uhr am Schreibtisch auf der Arbeit zu sitzen. Manchmal ist man einfach fertig von der Lohnarbeit.” Ein gewisses Maß an Idealismus schwingt also immer mit. Philipp, auch aus dem Emokeller, fasst es passend zusammen: „Die Leute, die DIY machen, die leben nicht davon, die leben dafür.” 

[Illustration: Julia Walerus]

Auch beim Thema der Finanzierung kommt man nicht ganz ums Geben herum. In ihrem vorherigen Kollektiv gab es Diskussionen ums Geld. Denn auch wenn alle umsonst arbeiten, haben Bands feste Ausgaben von um die 200 Euro täglich, zum Beispiel für Van und Sprit. Das weiß Marta aus eigener Band-Erfahrung. Während sie also vorschlug Solidaritäts-Events zu planen, um mit den dort gesammelten Spenden einen Puffer aufzubauen, um auch bei schlechter besuchten Events den Bands etwas geben zu können, haben „die anderen Leute dazu tendiert, den Bands aus eigener Tasche was zu geben.” Ein System, von dem Marta selbst wenig hält: „Es lag mir sehr am Herzen, dass so eine Szene unabhängig von den Privilegien, die wir privat haben, funktioniert.” Im Emokeller muss der Eintritt für Konzerte die Kosten für Getränke, Essen und Bands decken. Gäst:innen zahlen an der Tür, je nach eigenem Ermessen, zwischen 5 und 15 Euro. 

Marius kümmert sich um alle Themen rund um die Kasse, nach den Konzerten kommen die Bands zu ihm in die Küche, die kurzzeitig zum Büro umfunktioniert wird, um ihre Gage abzuholen und die GEMA-Gebühren zu klären. Er scheint da auch als einziger den vollen Durchblick zu haben. Marius’ Weg in die Szene begann auf dem Land, wo er mit dem Fahrrad zu Konzerten in lokalen Jugendzentren fuhr. Später ging es dann auch mit dem Auto vom Niederrhein ins AZ Mülheim oder das AK 47 in Düsseldorf – Räume, die ihn besonders im Vergleich zu den Konzerterfahrungen im ländlichen Raum faszinierten. Ins Tun kam er dann erstmals „in verschiedenen antirassistischen, antifaschistischen Bündnissen” und organisierte dort niedrigschwellig mit. Ab 2013 war er Teil der Linken Liste an der UDE, ließ sich fürs StuPa aufstellen und wurde ins Kulturreferat des AStA gewählt. 

Hilfe zur Selbsthilfe

Seine Aufgabe war es, den Duisburger Campus zu bespielen, besonders den AStA-Keller. Der Keller „war zu der damaligen Zeit noch ein ganz schön schimmelndes Moloch.” Aber der Raum existierte und gab den Studierenden einen Ort für ihre Ideen. Auf Nachfrage gab es regelmäßig Jam Sessions und Fachschaftspartys. Marius‘ Nähe zur freien Kulturszene erlaubte aber noch weitere Möglichkeiten. „Dieser Raum wollte bespielt werden und durch meine musikalische Präferenz hatte ich ein gutes Netzwerk und Leute, von denen ich wusste, dass sie Veranstaltungen organisieren und auch am Campus aktiv waren.” Durch seinen ‚Dunstkreis‘ traten so Bands mit studentischen Mitgliedern an ihn heran und bekamen die Möglichkeit, einen Gig im AStA-Keller zu veranstalten.

Die ehrenamtliche Kulturarbeit im Studierendenausschuss und neben der Lohnarbeit freiwillig Konzerte organisieren scheinen also nicht ganz so weit voneinander entfernt zu sein. Wie viel DIY steckt also in AStA-Arbeit? Bei diesem Vergleich bleibt Marius zurückhaltend: „Als ASTA-Kulturreferat, im StuPa oder in den Fachschaften nimmst du ein Mandat an.” In der Subkultur passiert das nicht. Zusätzlich macht die Herangehensweise für Marius den Unterschied: „Unser Ansatz war durch unsere Sozialisation und unsere Erfahrung, unser politisches Fundament und Wertekompass geprägt. Wir wollten Hilfe zur Selbsthilfe leisten.” Studis sollten mitgestalten können und dabei vom AStA unterstützt werden. Marius nennt konträre Ansätze, die „den Kulturauftrag erfüllen, indem sie mit Drittanbietern zusammenarbeiten und kommerzielle Partys auf den Campus holen.” 

Seine Hilfe zur Selbsthilfe an der Uni brachte ihn dann auch in das Fiducia-Team mit Marta. In der DIY-Szene kennt man sich untereinander – auch über den Ruhrpott hinaus. Der Fakt, dass an diesem Abend gleich drei Punkbands spielen, ist also keine Seltenheit. Auch die musikalische Ausrichtung ist nicht willkürlich: „Die Punk- und Hardcore-Szene ist so eng mit DIY verbunden, wie wenig andere Subkulturen.” Unter den zahlreichen Anfragen für Auftritte fallen dann auch einige raus, die musikalisch einfach nicht reinpassen, erklärt Marius. Aber die klare Linie kommt gut an. Die Leute moshen und tanzen, trotz zunehmend stickiger Luft. Die Sängerin von Wau Miau nutzt dabei den ganzen Keller und rempelt beim Singen munter gegen die Gäst:innen. 

Räume schaffen 

Das Emo-Team schätzt sich glücklich, diesen Raum bespielen zu dürfen. Denn sogenannte Dritte Orte, die für Gemeinschaft und Freizeit, abseits von Familie und Arbeit, gedacht sind, sind wichtig. „Die größte Gefahr sieht Marius darin, „dass man Räume braucht, um DIY im Sinne einer Subkultur auszuführen, Räume, um Organisationsstruktur und Austausch zu ermöglichen, und die sind in Gefahr.”

Marta schaut positiv auf die Zukunft der Szene, trotz Weltschmerz. „Ich glaube, Leute haben Bock, was zu machen und wollen laut sein und wollen sich eben nicht alles gefallen lassen.” Ihre größte Sorge waren die Pandemie und die Vernetzung über Online-Plattformen. Vormals habe man viel in der Szene über Facebook herausgefunden. Dort war es übersichtlich, wo und wann welches Event stattfand. „Als die Boomer Facebook übernommen haben, war meine Hoffnung gering”, sagt sie. Jetzt gibt es mehr Möglichkeiten, mehr Plattformen, aber auch Leute, die versuchen, Infos aus der Bubble zu bündeln.

„Ein Freund von mir, der seit Anfang der 90er in dieser Subkultur aktiv ist, hat mir mal erzählt, wie er damals von Konzerten erfahren hat,” erzählt Marius. „Sie sind mindestens einmal im Monat verschiedene Plattenläden abgefahren und haben da Flyer eingesammelt, die andere Leute dahin gefaxt und sich die Mühe gemacht haben, einen Flyer ohne Photoshop herzustellen, mit Kopiertechnik und sonst was.” Heutzutage muss in DIY-Manier die kreativ-gestaltete Promografik für das nächste Event eben über Instagram geteilt werden, damit sie die Leute erreicht.

Aber die Szene hat die Pandemie und die Diversifizierung von sozialen Medien überlebt. Die Menschen scheinen fast mehr Lust auf Events zu haben. Marius merkt das besonders in der Punk- und Hardcore-Szene. Dort kämen einige junge Menschen nach, die eigene Sachen auf die Beine stellen, auch an Orten, von denen er selbst noch nie gehört hat. Marius größtes Anliegen ist genau das, „Räume zu schaffen, in denen Austausch, Vernetzung und Organisation möglich ist, abseits von Logiken kommerzieller Verwertung.” Im Emokeller gelingt das. Dank der langjährigen Unterstützung von dem ebenso genannten Jugendzentrum bleibt er eine Konstante und wurde mittlerweile in eine Vereinsstruktur überführt. 

Anfang 2024 hat nach zehn Jahren auch der Rekorder in Dortmund seinen Raum aufgegeben und neue Konzepte für subkulturelle Events finden müssen, damit es weiter geht. Erst kürzlich bangte auch die freie Kulturszene Essens noch um Fördergelder, die gekürzt werden sollten. Aus der Community entstand die Petition „Erst stirbt die Kultur, dann die Stadt. Stoppt die Kürzungen bei der freien Kulturszene Essen.” Zu den Kürzungen kam es letztendlich nicht, dennoch müssen Räume meist bezahlt werden und wo Geld fehlt, fehlen irgendwann auch Räume. Ähnliches lässt sich an der UDE beobachten. Viele Studis hier kennen das ehemalige KKC, die Studikneipe in Essen, nicht mal mehr oder wissen, welche kulturellen Angebote einst mal möglich waren. Wo der AStA um Austauschräume für Studierende kämpft, sorgt ewige Bürokratie für einen Halt. Marius fasst es zusammen: „An allen Ecken und Enden sterben Räume weg, ob es der AStA-Keller ist, der schimmelt oder ob es die subkulturellen Räume im Ruhrgebiet auf dem ländlichen Raum, in den Großstädten sind, die aufgrund von Lärmbelästigung, Wohnraummangel, Abriss oder finanziellen Engpässen schließen.” 

Nach dem letzten erfolgreichen Auftritt von Theilen leert sich der kleine Kellerraum langsam, während die Emo-Leute im Keller anfangen, die Technik aufzuräumen und Marius den Kassensturz macht, um zu sehen wie viel die Bands bekommen, werden die letzten Essensreste untereinander aufgeteilt und der Abwasch gemacht. Im Bühnenraum kommt verschiedenste Musik aus den Boxen. Das nächste Konzert mit einer Punkrock Band aus den USA und einer spanischen Hardcore-Band steht in drei Wochen an. 

Carolin (25) schreibt seit April 2024 für die ak[due]ll. Als Redakteurin interessieren sie Themen wie intersektionaler Feminismus, das Campusleben in Essen und lokale Happenings. In der Redaktion ist sie als car bekannt.

Carolin Neumeier

Carolin (25) schreibt seit April 2024 für die ak[due]ll. Als Redakteurin interessieren sie Themen wie intersektionaler Feminismus, das Campusleben in Essen und lokale Happenings. In der Redaktion ist sie als car bekannt.

Mehr von Carolin Neumeier