Und wie wird die Zeit nach dem Bachelor aussehen? [Foto: Freya Pauluschke]
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Ich habe Angst vor der Zeit nach dem Studium

26. Februar 2025

Selbstzweifel, Pessimismus, hoher Erwartungsdruck, keine konkreten Pläne: Unsere Redakteurin steckt (immer noch) in der Themenfindung für ihre Bachelorarbeit. Von Monat zu Monat bekommt sie mehr Angst vor der Zeit nach dem Studium, da diese Zeit sich sehr ungewiss für sie anfühlt.

Eine Kolumne von Freya Pauluschke

Ursprünglich wollte ich meinen Bachelor schon vor einem Jahr absolviert haben. Doch anstatt mich mal so richtig reinzuhängen, habe ich lieber meine Zeit mit Prokrastination und Freund:innen auf der Campuswiese genossen. Schließlich möchte ich mich bereit fühlen, damit ich mir Mühe geben und auf meine Bachelorarbeit auch wirklich stolz sein kann.

Ich schreibe meine Bachelorarbeit im Fach Kunstwissenschaft. Nicht ohne Grund bekommt man als Reaktion auf meine Studienfächer meist den Kommentar: „Also wirst du danach arbeitslos.“ Haha, wie lustig! Langsam verliere ich den Humor, was die Ungewissheit meiner Zukunft angeht. Tatsächlich ist Arbeitslosigkeit ein Aspekt, über den ich mir große Sorgen mache. Es ist wahrscheinlich nicht wirklich so, dass ich mit meinem Studium arbeitslos enden werde – auch wenn es mir manchmal so vorkommen mag. Wenn mich Leute fragen, was ich nach meinem Bachelor machen möchte, antworte ich nur noch mit „keine Ahnung, irgendwie im Museum arbeiten oder so“. Mir ist bewusst, dass ich mindestens einen Plan C brauche.

Da mein Vater in Rente geht, können mich meine Eltern nicht länger finanziell unterstützen. Das erhöht den Druck, dass ich endlich meinen Bachelor mache. Die Wunschvorstellung meines Vaters ist, dass ich sofort in einen gut bezahlten Job einsteige, von dem ich problemlos leben kann. Die Realität sieht jedoch nicht so rosig aus.

Museen suchen oft Menschen mit mindestens zwei Jahren Arbeitserfahrung. Doch wo soll ich die Erfahrung hernehmen, wenn mich von Grund auf keiner mit „nur“ einem Bachelorabschluss nehmen würde?! Kapazitäten für Praktikant:innen scheint auch niemand zu haben. Dazu kommt, dass man von allen Seiten geghostet wird.

Kein Geld, kein Plan

Soll ich doch noch einen Master dranhängen? Aber wie soll ich das finanzieren? Könnte ich elternunabhängiges BAföG bekommen? Oder ist es schlauer, erstmal Arbeitserfahrung zu sammeln? Fragen über Fragen, keiner scheint die perfekte Antwort zu haben und meine Verzweiflung steigt.

Auf der einen Seite gibt es heutzutage ein viel zu großes Angebot an Studiengängen und Arbeitsmöglichkeiten, dass es mich einfach nur überfordert und lähmt. Auf der anderen Seite gibt es spezifische Branchen, in denen man so gut wie gar keinen Job bekommt, egal wie qualifiziert man ist.

Ich wünschte, ich könnte weiterhin in meiner Studi-Bubble leben. All die Vorteile und Events werden mir definitiv fehlen. Studieren ist, trotz ein paar Tiefen, eine extrem entspannte und wunderschöne Zeit in meinem Leben, die ich nicht missen möchte. Bald erwartet mich ein neuer Lebensabschnitt, was eigentlich total aufregend und positiv sein könnte. Doch die Angst vor diesem neuen Abschnitt, vor dem, was ich noch nicht kann und kenne, überwiegt.

Was mir manchmal hilft, ist meine Möglichkeiten aufzuschreiben und zu ordnen, sodass ich einen Überblick und ein wenig Kontrolle über meine Zukunftsaussichten bekomme. Tiny Steps: Ich versuche mir kleine To-Do’s und Ziele zu setzen, um erstmal im Hier und Jetzt klarzukommen. So oder so wird es kommen, wie es kommt. Und das ist auch okay so – denn irgendwie geht es ja immer weiter.

Freya war von März 2022 bis September 2025 Redakteurin bei der ak[due]ll. Sie hat Kunstwissenschaft und Anglophone Studies an der Universität Duisburg-Essen studiert. Am liebsten hat Freya über Kultur im Ruhrgebiet, aber auch über gesellschaftliche und umweltbezogene Themen geschrieben. Ihr Redaktionskürzel war [fpa].

Freya Pauluschke

Freya war von März 2022 bis September 2025 Redakteurin bei der ak[due]ll. Sie hat Kunstwissenschaft und Anglophone Studies an der Universität Duisburg-Essen studiert. Am liebsten hat Freya über Kultur im Ruhrgebiet, aber auch über gesellschaftliche und umweltbezogene Themen geschrieben. Ihr Redaktionskürzel war [fpa].

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